Meyer-Ära begann mit Selbstinszenierung: Anfahrt bei Volksoper in Nostalgie-Tram
- Großer Andrang bei Kostüm- und Requisitenflohmarkt
- Präsentation der neuen Beleuchtung Schlusspunkt
Mit einer picksüßen Selbstinszenierung des neuen Direktors Robert Meyer hat die Volksoper die neue Saison eingeläutet. Der Neo-Intendant ritt in einer Nostalgiestraßenbahn mit "Manner"-Logo in der Währinger Straße ein und wurde vom Balkon der Oper mit Fanfaren begrüßt. Das "Volksopernfest" sollte bis in den Abend die Gelegenheit bieten, auch noch die verborgendsten Winkel des Betriebes zu erforschen. Schlusspunkt ist die Präsentation der neuen Beleuchtung.
"Der Direktor steigt aus, macht die Ansprache, und dann lassen wir erst die Leute hinein." An Inszenierungskunst dürfte auch die Ära Meyer einiges zu bieten haben, wie es einer der Organisatoren ahnen ließ. Und tatsächlich: Als die rosarote Bim an der "Sonderhaltestelle" - zwei Polizisten sorgten dafür, dass Meyer nicht als erstes ein Hupkonzert zu hören bekam - anhielt, bildete sich eine Traube von Abonnenten, Touristen und Journalisten um den Nachfolger von Rudolf Berger.
Verwirrung bei Chefdramaturgin
Der Ex-Direktor sollte es auch sein, der kurz für Verwirrung bei Chefdramaturgin Birgit Meyer sorgte: "Wir feiern den Beginn der Direktion Robert Berger", fand sie einen gemeinsamen Nenner von Volksoper-Alt und -Neu in ihrer Ansprache, um sofort ihren Fauxpas einzusehen. Dabei hatte ihr neuer Chef selbst bei seiner kurzen Ansprache vorher alles klargestellt: "Für alle, die mich nicht kennen: Mein Name ist Robert Meyer." Mehr berührende Worte an das zahlreich anwesende Stammpublikum gab es nicht, eher Informationen über den Tagesablauf.
Proben für Eröffnungskonzert
So konnte man auf der Bühne die Proben für das Eröffnungskonzert mitverfolgen. Die beste Gelegenheit für alle, die Dirigent Alfred Eschwe schon immer "Noch einmal bitte die Einleitung" sagen hören wollten. Beim Stück handelte es sich um die Ouvertüre zu Rossinis "Der Barbier von Sevilla", ein Programmpunkt des Wunschkonzerts zur Eröffnung. Wer keine Zählkarte ergattern konnte, durfte auf einer kleinen Bühne vor der Volksoper die "Kinderzauberflöte" verfolgen. Gernot Kranner mühte sich allerdings vor eher reiferem Publikum ab.
Kostüm- und Requisitenflohmarkt
Regelrecht gestürmt wurden der Kostüm- und Requisitenflohmarkt in der Probebühne. Noch eine Stunde nach Eröffnung reichte die Menschenschlange bis um die Ecke des Häuserblocks in der Severingasse, da die Gruppen von Textilfreunden nur schubweise eingelassen wurden. Weit weniger Andrang gab es bei jenem Stand, an dem Poster der kommenden Produktion "Orpheus in der Unterwelt" angeboten wurden. Hier erfuhr man auch über den Wert von Meyers geschriebenem Wort: Kostete ein reguläres Plakat zwei Euro, durften signierte Exemplare um vier Euro erstanden werden.
Natürlich will Meyer nicht die ganze Aufmerksamkeit auf sich lenken. Das Farbkonzept der neuen Beleuchtung unterstreicht die vier Genres Operette, Oper, Musical und Ballett. Die Volksoper leuchtet an Vorstellungstagen je 15 Minuten lang in der Farbe jenes Genres, das an diesem Abend im Haus gespielt wird, hieß es in einer Aussendung. Danach folgt ein langsamer Durchlauf mit den vier Genrefarben und dann wieder für 15 Minuten die Genrefarbe.
(apa/red)
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