Dienstag, 28. August 2007

Mann zerstückelt Freundin - lebenslang: Geschworene glaubten nicht an Notwehr

  • "Das war ein einfach g'strickter, kalter Mord!"

Jener 32-jährige Fleischhauer, der seine Freundin in der Nacht auf den 15. Oktober 2005 in Wien-Favoriten erwürgt, zerstückelt und monatelang im Kühlschrank abgelegt hatte, ist zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die Geschworenen verneinten die vom Angeklagten geltend gemachte Notwehrversion und bestätigten den Schuldspruch, den bereits im Jänner ein Schwurgericht gefällt hatte.

Der OGH hatte dieses Urteil aus formalen Gründen aufgehoben und eine Neudurchführung des Verfahrens angeordnet. Im zweiten Rechtsgang wurde der Schilderung des Mannes, seine 32-jährige Freundin wäre mitten in der Nacht plötzlich mit einem Kampfmesser neben ihm im Bett gesessen, worauf er sich bedroht, sie in den "Schwitzkasten" genommen und zugedrückt habe, kein Glauben geschenkt. Die behauptete Notwehr wurde einstimmig verworfen. Die Bestätigung der Höchststrafe begründete Richter Thomas Kreuter mit: "Das war ein einfach g'strickter, kalter Mord!" Der Fleischer erbat sich Bedenkzeit, das Urteil ist daher nicht rechtskräftig.

(apa/red)

28.8.2007 15:50