Experten warnen vor Autobahnbaustellen:
KfV-Studie ortet zehn Prozent mehr Unfälle
- Rund ein Viertel hält sich nicht an Tempolimits
- 60 Prozent der Raser kommen aus dem Ausland

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ÖAMTC: In der Blech- lawine Nerven bewahren!
Besonders im turbulenten sommerlichen Reiseverkehr ist das Ärgernis über Baustellen oft groß. Wenn dann noch der falsche Eindruck entsteht, dass eh nicht gearbeitet wird, wird auf das Tempolimit schnell mal vergessen.
Laut einer Studie des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV), die am Dienstag in Wien vorgestellt wurde, halten sich 27 Prozent aller Autofahrer nicht an Tempolimits in den Risikozonen. Im Vergleich zu hindernisfreien Straßenabschnitten ist das Unfallrisiko dort um zehn Prozent höher. Besonders gefährlich sind die so genannten Vorlauf- und Verzweigungsbereiche: Dort ist das Risiko bis zu viermal so hoch als im Bereich der Baustelle selbst.
Mehr als die Hälfte hält manche Baustelle für unnötig
Ganze 57 Prozent der befragten Verkehrsteilnehmer gaben an, dass sie Autobahnbaustellen manchmal für unnötig hielten. Den Grund dafür ortete Othmar Thann, Direktor des KfV, unter anderem darin, dass oft der Eindruck entstünde, auf Baustellen würde ohnehin nicht gearbeitet. Dies entspreche allerdings nicht der Wahrheit. Arbeitsunterbrechungen seien oftmals technisch bedingt. Nur "Kamizkazefahrer" würden sich dennoch zum Schnellfahren in Bereich von Baustellen verleiten lassen.
Gefahrensenkung durch kürzere Betriebszeiten
Um die Unfallgefährdung zu senken, empfahl das KfV kürzere Betriebszeiten der Baustellen. Thann betonte jedoch, dass Österreichs Autobahnen aufgrund der Straßenabnutzung nie völlig baustellenfrei sein würden. Weiters sollten frühere Ankündigungen, das Aufstellen von Radargeräten sowie die Überwachung des Abstands zwischen den Fahrzeugen dazu beitragen, die Unfallrate zu senken. Schließlich forderte der Experte die Strafverfolgung ausländischer Lenker, die etwa in Oberösterreich in Baustellenbereichen auf der Westautobahn (A1) bis zu 60 Prozent der Raser ausmachen würden. (apa/red)
