Sonntag, 26. August 2007

Gesundheitsministerin Kdolsky zu Kosten-
einsparungen: "Wir investieren gezielter!"

  • Ihre Pläne zu Finanzen und Qualitätsverbesserungen
  • Mit FORMAT spricht sie über das kränkelnde System

Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky im Interview mit FORMAT zu Kosteneinsparungen und Qualitätsverbesserungen im Gesundheitssystem.

Format: Sie sind jetzt seit mehr als einem halben Jahr Gesundheitsministerin. Als wichtigstes Problem im Bereich Gesundheitspolitik gilt die Kosteneinsparung im Gesundheitswesen. Welche Maßnahmen planen Sie?

Kdolsky: Unser Gesundheitswesen zählt zu den besten der Welt und bietet für alle einen gleichen Zugang zu medizinischer Versorgung. Um die Finanzierbarkeit eines solchen Systems nachhaltig abzusichern, müssen wir verstärkt Effizienzpotenziale nutzen und die komplexe Finanzierungsstruktur transparenter gestalten. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Planung, Steuerung und Finanzierung aus einer Hand.

Format: Ein Trend zur generellen Zentralisierung?

Kdolsky: Nein, damit ist keinesfalls eine Zentralisierung gemeint, vielmehr sitzen dabei alle Entscheidungsträger an einem Tisch und stellen anhand konkreter Versorgungsziele gemeinsam die gesundheitspolitischen Weichen. Das bedeutet, wir investieren in Zukunft nicht weniger, sondern gezielter.

Format: Vielfach wird kritisiert, dass es zwar gute, aber teure Untersuchungs- und Behandlungsmethoden gibt, die den sozialversicherten Patienten aber nicht zugute kommen, weil die Kosten von den Kassen nicht übernommen werden. Welche Lösungen sind hier künftig vorgesehen?

Kdolsky: Schon jetzt ist Österreich europaweit führend bei der Einführung modernster medikamentöser Krebstherapien. Diese Behandlungen stehen in ganz Österreich flächendeckend und in gleich hoher Qualität zur Verfügung. Um auch künftig innovative und evidenzbasierte Behandlungsmethoden zur Verfügung stellen zu können, ist es notwendig, die Leistungskataloge der Krankenkassen zu harmonisieren, nach nicht mehr angewendeten Therapien zu durchforsten und Kapazitäten für Neues zu schaffen.

Format: Wie kann die Qualität im Gesundheitswesen in Zukunft besser sichergestellt werden?

Kdolsky: Qualität im Gesundheitswesen bedeutet Sicherheit für die Patienten. Als Ärztin weiß ich, wie wichtig es vor allem im medizinischen Bereich ist, das eigene Handeln immer unter den Anspruch höchster Qualität zu stellen. In meiner jetzigen Funktion als Gesundheitsministerin bin ich mir über die Relevanz von Qualität im Gesundheitsbereich bewusst. Deshalb habe ich das Bundesinstitut für Qualität im Gesundheitswesen gegründet, das sich auf wissenschaftlicher Ebene mit diesem Thema auseinandersetzt.

Das komplette Interview mit Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky lesen Sie im aktuellen FORMAT!

26.8.2007 07:54