Donnerstag, 23. August 2007

WHO warnt: Zu viel Flugverkehr sorgt für
die Ausbreitung von Infektionskrankheiten

  • Engere internationale Zusammenarbeit ist gefordert
  • WHO warnt vor Übertragung neuer Krankheitserreger

Der globale Flugverkehr mit 2,1 Milliarden Passagieren im Jahr ermöglicht eine schnellere Ausbreitung von Infektionskrankheiten als je zuvor. Der in Genf vorgelegte Weltgesundheitsbericht der WHO fordert deswegen eine engere Zusammenarbeit der internationalen Gemeinschaft.

"Die Verletzlichkeit ist universal" erklärte die Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation, Margaret Chan, in der Einführung des Berichts mit dem Titel "A Safer Future" (Eine sicherere Zukunft). Als Beispiel nennt die WHO den Fall eines Anwalts in den USA, bei dem eine besonders gefährliche Form der Tuberkulose diagnostiziert wurde. Daraufhin wurden 127 Personen ermittelt, die mit dem Anwalt auf zwei Transatlantik-Flügen Kontakt hatten. Die WHO und die Behörden der betroffenen Staaten wurden aber erst informiert, als der Anwalt Europa schon wieder verlassen hatte und kaum noch eine Handlungsmöglichkeit bestand. Glücklicherweise stellte sich später heraus, dass die Infektion doch nicht so gefährlich war wie zuerst vermutet.

WHO: 2 Monate alte Richtlinien jetzt umsetzen
In solchen Fällen sei ein schnellerer Informationsaustausch erforderlich, erklärte die WHO. Chan rief alle 193 Mitgliedsstaaten der Organisation auf, die im Juni revidierten Gesundheitsrichtlinien umzusetzen. Diese freiwilligen Richtlinien regeln, wie die Länderbehörden potenziell gefährliche Gesundheitsgefahren an die WHO melden sollen. Bisher beruhen nahezu 50 Prozent aller WHO-Warnungen auf Informationen der Medien und nicht auf Meldungen staatlicher Stellen.

Noch unbekannte Krankheiten im Anmarsch
In den vergangenen fünf Jahren registrierte die WHO mehr als 1.100 Fälle, in denen Krankheiten wie Cholera oder Vogelgrippe ausgebrochen sind. Zudem gibt es 39 Krankheitserreger, die vor einer Generation noch unbekannt waren wie HIV, Ebola und der Erreger der Lungenkrankheit SARS. Die WHO warnt in ihrem Bericht davor, dass früher oder später weitere neue Krankheiten auftauchen, die bisher noch unbekannt sind. (APA/red)

23.8.2007 09:31