Dienstag, 21. August 2007

Plassnik pusht die Ehefrauen der Politiker: In ihnen steckt "ungeheures Potenzial!"

  • Großes Lob für Ferrero-Waldner bei Libyen-Causa
  • Kosovo-Krise: Jetzt sollen's die Frauen richten

Außenministerin Ursula Plassnik (V) setzt bei ihren Bestrebungen zur Stärkung des Einflusses von Frauen in der internationalen Politik auch auf die Ehefrauen von Politikern. "Ich bin keine Diskriminiererin", sagte Plassnik auf die Frage, ob auch Frauen von Präsidenten politisch aktiv sein sollen. "Ich bin nicht jemand, der sagt, die Beiträge der Frauen in der internationalen Politik sind beschränkt auf Außenministerinnen."

Plassnik verwies auf ihre Entscheidung, zur Wiener Nahost-Frauenkonferenz im Mai auch eine Reihe von Politiker-Ehefrauen einzuladen. Dies sei "nicht unumstritten" gewesen, doch spielten diese Frauen in der Region eine wichtige Rolle, betonte die Außenministerin.

Plassnik lobt Ferrero-Waldner
Etwas reserviert zeigte sich die österreichische Chefdiplomatin auf die Frage, wie sie die Rolle der französischen Präsidentenehefrau Cecilia Sarkozy bei der Befreiung der in Libyen zum Tode verurteilten bulgarischen Krankenschwestern sehe. "Sie war Teil einer Gesamtdarstellung. Meine Hochachtung gilt in erster Linie Benita Ferrero-Waldner", strich Plassnik die Rolle der EU-Außenkommissarin hervor.

Aufwertung der Frauen im Kosovo
Die Kärntner ÖVP-Politikerin betonte, dass Frauen ein "ungeheures Potenzial" gerade in Friedensprozessen sowie dem Wiederaufbau der Gesellschaft nach Konflikten hätten. Angesprochen auf den Konflikt um die südserbische Provinz Kosovo meinte Plassnik, diese sei ein gutes Beispiel dafür. "Solange im Kosovo das eigentliche Modell für Männer das des Kriegers ist, wird es schwierig sein, einen nachhaltigen Frieden sicherzustellen", sprach sich Plassnik für eine Aufwertung der Frauen in der kosovo-albanischen und serbischen Gesellschaft aus.

Geballte Frauen-Power
Die Wiener Nahost-Frauenkonferenz habe durchaus auch realpolitische Bedeutung gehabt. So seien einander "zwei der wesentlichen führenden Frauen" der Region zum ersten Mal persönlich begegnet, sagte Plassnik mit Blick auf das Treffen der israelischen Außenministerin Tzipi Livni mit der palästinensischen Parlamentarierin Hanan Ashrawi. Das Bild der einander die Hände reichenden Politikerinnen sei im Nahen Osten "sehr beachtet" worden. Überhaupt ist es für Plassnik "faszinierend" zu erleben, dass die Region nicht nur aus einer "Masse von entrechteten Frauen" bestehe. (APA/red)

21.8.2007 07:58