WOMAN-Buchtipp: Mein Leben als Mann - Norah Vincent verwandeltet sich in "Ned"
- Für ihr Buch "Enthüllungen" untersuchte sie Klischees
- Ihr Fazit: "Es ist doch viel besser eine Frau zu sein!"

Einmal zu wissen, wie es ist, in der Haut eines Mannes zu stecken. Einmal zu spüren, wie es ist, von Frauen angehimmelt zu werden. Einmal zu erleben, was Männer tun, wenn sie allein durch die Nacht ziehen. Und bei all dem das angeblich starke Geschlecht mimen. Die US-Autorin Norah Vincent - selbst homosexuell - wollte dem aus nächster Nähe auf den Grund gehen und verwandelte sich rein äußerlich für ein Jahr in einen Mann.
In ihrem Buch "Enthüllungen" (Verlag Droemer, erscheint am 21. September) lässt sie die zwölf Monate als Ned - so nennt sich Norah für ihre ungewöhnliche Feldstudie - Revue passieren und erzählt von ihren aufregendsten Erlebnissen. Ob Bowlingverein, Striplokal, Mönchskloster oder Arbeitsplatz, spannend war es an jedem der abwechslungsreich ausgesuchten Orte. Und äußerst aufschlussreich: Viele der klassi-schen Klischees entpuppten sich schon nach kurzer Zeit als falsch. Denn Männer zeigen Gefühle, oft viel ehrlichere als Frauen. Männer haben ein gutes Gespür, wenn es jemandem schlecht geht. Männer sitzen nicht an der Bar und werden von Frauen umgarnt. Es ist - zumindest wenn man dem Urteil von Norah und Ned Glauben schenkt - viel schwerer, als Mann durchs Leben zu gehen. Oder sagen wir mal: eben anders
Premiere im Bowling-Team
Der erste Auftritt als Ned wäre beinahe nicht zustande gekommen, denn als einzige, wenn auch verkleidete, Frau unter so vielen echten Männern als ebensolcher durchzugehen erforderte besonderen Mut. Aber: Alles geht glatt, die Feuertaufe ist bestanden, der Empfang herzlich, die gemeinsamen Themen schnell gefunden - Freizeit, Spiel und Freundschaft. Und zur Überraschung von Norah bald noch viel mehr: "Als dieser Mann, den ich noch nie gesehen hatte, mir die Hand schüttelte, gab er mir etwas ganz Reales. Er schloss mich ein. Im Gegensatz dazu hatten die meisten Frauen, denen ich die Hand geschüttelt oder die ich sogar umarmt hatte, etwas zurückgehalten, als gäbe es einen ständigen Konkurrenzkampf zwischen uns oder als könnten wir uns irgendwie nicht vertrauen."
Persönliches Ergebnis
Nach einem Jahr als Mann, zieht die US-Autorin Norah Vincent einen simplen Schluss aus ihren Forschungen: So interessant es war- es ist doch viel besser, eine Frau zu sein!
Die ganze Geschichte finden Sie im aktuellen WOMAN Nr.17!
