Donnerstag, 23. August 2007

Vom Liebling der Society zur Angeklagten: Gräfin Herberstein schweigsam und alleine

  • WOMAN: Viele "Freunde" ließen sie einfach fallen
  • Prozessbeginn zur Tierpark-Causa erst nächstes Jahr

Es ist still um sie geworden. So sehr Andrea Herberstein noch bis vor knapp drei Jahren das schillernde Leben in der Society-Gesellschaft liebte, so scheint sie es jetzt zu verachten. Die 54-jährige Gräfin und ehemalige Tierpark-Managerin ist praktisch aus der Szene verschwunden. Manchmal, wenn sie mit dem Auto vom Haus ihres langjährigen Lebensgefährten Thomas Hampson in Wien-Währing zum steirischen Familienschloss fährt, bekommen sie ein paar wenige Ex-Angestellte zu Gesicht. Ansonsten aber lebt sie - mehr oder weniger freiwillig - völlig zurückgezogen.

Ich möchte mein Leben total verändern und keine öffentliche Präsenz mehr", sagte die Gräfin in ihrem letzten Interview zu WOMAN (Ausgabe Nr. 18, 2006). Das war im September des Vorjahres. Und sie hielt, was sie ankündigte. Der "Fall Herberstein" raubte ihr den Nimbus der erfolgreichen Gesellschaftslady. Jeder, der Andrea Herberstein kennt, weiß, dass das für sie die größte Strafe ist. "Seit sie im Verdacht steht, dunkle finanzielle Machenschaften getätigt zu haben, ist sie zur tragischen Figur geworden", so einer ihrer ehemaligen Freunde. "Das Kollektiv der Handi-Bussi-Gesellschaft, das ihr bis zum Bekanntwerden des Finanzskandals 2004 noch huldigte, schützt sie nicht mehr und hat sie einfach fallen gelassen …", beschreibt eine ihrer wenigen verbliebenen Bekannten die Situation.

Der Skandal
Alles begann vor drei Jahren - als Herbersteins jahrelanger Gutsverwalter Selbstanzeige erstattete. Der Mann gab zu Protokoll, dass ihn seine Chefin seit Jahren zur doppelten Buchhaltung gezwungen hätte. Seither ging's mit Herberstein bergab. Andrea, die bis dahin als Retterin des maroden Tierparks dastand, sah sich plötzlich mit einem Steuerhinterziehungsverfahren, einer Betrugsanzeige und Missbrauch von Landesförderungsmitteln konfrontiert.

Anklageschrift
Dieser Tage ist es so weit - und der Gräfin wird die fertige Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Graz zugestellt. Insider rechnen allerdings damit, dass erst zu Beginn des nächsten Jahres mit dem Prozessauftakt zu rechnen ist. Die Anklagepunkte: schwerer Betrug, Förderungsmittelmissbrauch, Bilanzfälschung und Abgabehinterziehung. Wir riefen Andrea Herberstein in der Vorwoche an und wollten von ihr wissen, mit welchen Gefühlen sie dem Gerichtsverfahren entgegensieht. Mit gebrochener Stimme sagte sie: "Ich schweige! Sie dürfen mich nicht einmal fragen, wie es mir persönlich ergeht …"

Die ganze Geschichte finden Sie im aktuellen WOMAN Nr.17!

23.8.2007 09:41