Donnerstag, 23. August 2007

Mobile Datendienste ab 2011 via Satellit?
EU-Kommission will Technologie pushen

  • Zersplittete Lizenzvergabe soll vereinheitlicht werden

Die EU-Kommission will schnelle mobile Datendienste via Satellit in Europa voranbringen. Bisher sei der Aufbau solcher Systeme daran gescheitert, dass die Auswahl der Betreiber und die Vergabe von Lizenzen Sache der 27 Mitgliedstaaten ist, sagte der Sprecher von Medienkommissarin Viviane Reding in Brüssel. Die Kommission schlage daher ein einheitliches Auswahlsystem für die gesamte EU vor, das ab 2008 laufen soll. Die Lizenzvergabe selbst soll ebenfalls nach einheitlichen Kriterien erfolgen, aber weiter in der Hand der Mitgliedstaaten bleiben.

Nach Ansicht der Brüsseler Behörde ist das Potenzial von europaweiten mobilen Satellitendiensten enorm. Unter anderem könnte damit Fernsehen über Handy gepusht oder die Kommunikationsmöglichkeiten bei Katastrophen verbessert werden. Nicht zuletzt könnten die Satellitensysteme die Versorgung mit Telekommunikationsdiensten in entlegenen Gebieten voranbringen.

Startschuss frühestens 2008
Dem Vorschlag der Kommission müssen die EU-Staaten und das Europaparlament noch zustimmen. Im besten Fall könnte 2008 ein entsprechendes Ausschreibungsverfahren gestartet werden und der Auswahlprozess - gemeinsam mit den Mitgliedstaaten - Anfang 2009 abgeschlossen sein. Die ersten Dienste würden damit etwa 2011 zur Verfügung stehen. Nach Schätzungen der Kommission hat der Markt für Raumfahrttechnologien und deren Anwendung weltweit einen Umfang von 70 Mrd. Euro und wächst jährlich um 7 Prozent.

Frequenz bereits reserviert
Die Brüsseler Behörde hat im Februar die Frequenz von 2 Gigahertz für mobile Satellitendienste reserviert. Wegen der zersplitterten Lizenzvergabe sei es aber für potenzielle Anbieter - in erster Linie die großen Telekomunternehmen - bisher nicht wirtschaftlich gewesen, den Aufbau der Systeme in Angriff zu nehmen, so der Kommissionssprecher. (apa/red)

23.8.2007 08:48