Freitag, 4. April 2008

AK: Mobiles Internet im Ausland sehr teuer:
Kosten bis zu 150-mal höher als im Inland

  • EU-Roaming-Verordnung deckt Datentransfer nicht ab

Die Arbeiterkammer warnt Urlauber vor hohen Roamingkosten bei der Nutzung von mobilem Internet im Ausland. In den gängigen Urlaubsländern müsse man laut Erhebung mit bis zu 15 Euro pro Megabyte (MB) rechnen. Außerdem sei es vor der Rückkehr aus dem Urlaub bei den meisten Anbietern nur sehr schwer herauszufinden, wie viel man tatsächlich im Ausland hoch- oder heruntergeladen hat.

Durch moderne Datenkarten ist es möglich, mit dem eigenen Notebook das Internet auch unterwegs zu nutzen. Während ein Megabyte im Inland 10 Cent kostet, muss man für das gleiche Service im Ausland laut AK mit durchschnittlich fast 10 Euro rechnen. Im Extremfall könnten die Kosten so bis zu 150-mal höher sein als innerhalb Österreichs. "Wenn Datenroaming nicht unbedingt notwendig ist, dann raten wir grundsätzlich davon ab", so AK-Konsumentenschützerin Daniela Zimmer.

Teurer als der gesamte Urlaub...
Die Arbeiterkammer hat von 13. bis 20. August die Angebote für mobiles Internet von den österreichischen Anbietern Drei, Mobilkom, One und T-Mobile für die Urlaubsländer Spanien, Italien, Griechenland, Kroatien und Türkei getestet. Dabei habe sich laut AK herausgestellt, dass man bei einem Datenverbrauch von nur 200 MB - je nach Anbieter - mit 1.400 bis 3.000 Euro rechnen müsse. So könnte das mobile Internet teurer als der gesamte Urlaub werden.

EU-Roaming deckt Daten (noch) nicht ab
Die neue EU-Roaming-Verordnung, die seit Ende Juni in Kraft ist, bezieht sich nur auf die Auslands-Handytarife in der EU. Mobilfunkanbieter müssen demnach allen ihren Kunden den geschützten Eurotarif anbieten, der erstmals Preisobergrenzen gesetzlich vorschreibt. Für den Datentransfer gebe es so eine Verordnung noch nicht, kritisierte die AK.

Surfen in Grenznähe bedenklich
Schwierig sei es für die User, ihren Datenverbrauch im Ausland zu kontrollieren, so Zimmer. Besonders warnt die Konsumentenschützerin davor, ungewollt und unbemerkt in ausländischen Netzen zu surfen. So haben einige Internetuser laut Zimmer in Grenznähe mit ihrer mobilen Datenkarte ungewollt Roaming-Dienste in Anspruch genommen. (apa/red)

4.4.2008 09:44