Wiener Sängerknaben treten für Papst auf:
Programm besteht aus Mozart und Bruckner
- Soundtrack zur Visite geplant: "Musik zum Geben"
- Noch nicht sicher, ob Hl. Vater CD auch bekommt
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Benedikt erst der dritte Papst mit offizieller Visite
Papst Benedikt XVI. wird am letzten Tag seines Österreich-Besuchs in den Genuss typisch österreichischer Klänge kommen: Die Wiener Sängerknaben marschieren bei der Veranstaltung im Konzerthaus für den Heiligen Vater auf. Dies bestätigte das künstlerische Büro der Sängerknaben. Das Programm besteht - ganz nach dem Geschmack des Papstes - aus Mozart und Bruckner.
Die Veranstaltung im Konzerthaus ist eigentlich als Zusammentreffen Benedikts mit ehrenamtlichen und freiwilligen Mitarbeitern der Katholischen Kirche gedacht. Für die musikalische Umrahmung dieser Veranstaltung sorgt neben den Sängerknaben der Wiener Concert-Verein, das Kammerensemble der Wiener Symphoniker. Gebracht werden unter anderem Mozarts Divertimento D-Dur, KV 136, und "Exsultate, jubilate", KV 165. Bei den Sängerknaben erinnerte man aber daran, dass es sich dabei nur um ein vorläufiges Programm handle. Nach wie vor seien Änderungen möglich.
Papst-Soundtrack
Papst Benedikt XVI. kommt bei seinem Österreich-Besuch auch der Plattenindustrie nicht aus. "Maria - Musik zum Geben" lautet der Soundtrack zur Visite, der laut Universal Music Austria dem Heiligen Vater überreicht werden soll - wie genau, ist noch nicht ganz sicher. Mit dem kirchenkritischen Musical "In nomine patris - Die Beichte der Päpste" will hingegen der österreichische Komponist Bernd Stromberger die Gunst der Stunde nutzen.
Bei "Radio Stephansdom", dem Mitherausgeber von "Maria - Musik zum Geben", ist man sich noch nicht ganz sicher, ob das Geschenk auch den Adressaten erreichen wird. "Vielleicht schaffen wir es ja, die CD auf sein Nachtkästchen zu legen", so Ursula Magnes von "Radio Stephansdom" gegenüber der APA. Universal hatte in einer Presseaussendung sogar angekündigt, den Tonträger dem Papst persönlich zu überreichen. Auf der CD finden sich Werke von Händel, Monteverdi, Mozart, Schubert, Haydn und Bruckner.
Eine "radiotaugliche Antwort auf den konservativen Kurs der Kirche" will hingegen Stromberger mit seinem Papst-Musical bereitstellen. "Eine römisch-katholische Kirche, die dem dunklen Geist des Mittelalters derart verhaftet bleibt, braucht eine starke Gegenströmung", sinniert er in einer Ankündigung. Und darum strömt ab 10. August auch via Maxi-Single (Hoanzl) musikalisch leicht Verdauliches mit Sprechgesang. Für die musikalische Anklage gegen Zölibat, lateinische Messe und NS-Vergangenheit der Kirche will deren Schöpfer sogar Jahre recherchiert haben. Uraufgeführt wird das Musical allerdings erst 2009 in Bern.
Wer jetzt schon hören will, was der Papst bei seinem Besuch in Heiligenkreuz zu hören bekommen wird, kann auf eine CD-Einspielung zurückgreifen: "Heiligenkreuzer Choral - Gesungenes Gebet" (ORF Niederösterreich) ist 2003 aufgenommen worden und im ORF-Shop erhältlich. Neben den gesungenen Gebeten, der Orgel des Stifts sowie dem Glockenspiel sind darauf auch Predigtstellen von Bernhard von Clairvaux - gelesen von Abt Gregor Henckel-Donnersmarck - zu hören.
Im Stephansdom wird es am letzten Tag der Visite die Missa Cellensis, Hob. XXII:8, (Mariazeller-Messe) von Joseph Haydn zu hören geben. Aufnahmen davon sind rar, ein Konzertmitschnitt der Wiltener Sängerknaben (Sillton, 2003) ist jedoch erhältlich.
Bleibt nur noch die Frage nach dem persönlichen Musikgeschmack des Heiligen Vaters. Sein Privatsekretär Georg Gänswein hat im Interview mit der Mailänder Tageszeitung "Il Giornale" dazu verraten, dass Benedikt XVI. im Urlaub leidenschaftlich Klavier spiele, vor allem Musik von Mozart, Chopin und Schubert. "Der Papst hat die Notenbücher vieler Komponisten mitgenommen, Mozart, Chopin, Schubert und anderer. Es ist kein päpstliches Geheimnis, dass Benedikt XVI. eine Vorliebe für Mozart hegt."
(apa/red)
