Donnerstag, 23. August 2007

Zwei Prozent aller Menschen gelten als gestört: Überängstliche Mäuse sollen helfen

  • Neue Gen-Versuche gegen Persönlichkeitsstörungen
  • Ängstliche Mäuse sollen in den USA Aufschluss geben

Wissenschafter in den USA erhoffen sich von überängstlichen Mäusen mit zwanghaftem Verhalten eine genauere Erkenntnisse über menschliche Zwangsstörungen. Feng Guoping von der Duke Universität im US-Bundesstaat North Carolina und seine Kollegen stellten fest, dass Mäuse, denen ein bestimmtes Gen fehlt, viele typische Merkmale einer Störung (OCD) haben, wie die Zeitschrift "Nature" berichtete.

Menschen mit einer Zwangsstörung sind von immer wiederkehrenden, zwanghaften Gedanken oder Vorstellungen besessen, wiederholen zwanghaft bestimmte Handlungen oder sind übertrieben ängstlich.
Tierversuche könnten laut den Forschern vielleicht dabei helfen, neue Behandlungsmethoden bei Persönlichkeitsstörungen zu entwickeln.

Sapap3-Gen und Serotonin-Aufnahmehemmer die Lösung?
Wenn bei den Mäusen das Gen "Sapap3" ausgeschaltet werde, entwickeln sie zwar dem Bericht zufolge ein Verhalten, das für eine Zwangsstörung (Obsessive Compulsive Disorder, kurz OCD) typisch sei, hieß es in "Nature". Die Störungen ließen sich aber lindern, indem den Mäusen bestimmte Serotonin-Aufnahmehemmer verabreicht würden, wie sie auch Menschen mit Zwangsstörungen oft verschrieben werden. Zudem gingen die Symptome dem Bericht zufolge zurück, wenn das "Sapap3"-Gen wieder aktiviert wurde.
(APA/red)

23.8.2007 15:24