Beim Winterschlaf steht die innere Uhr: Hamster für Studie während Schlaf getötet
- Auslöser des Winterschlafs nach wie vor ungeklärt
- Gehirnveränderungen ähneln denen von Alzheimer

·Jeder Fünfte leidet unter Schlafstörungen
Neue Studie nahm Schlaf-
Gewohnheiten unter Lupe
Feldhamster schalten im Winterschlaf ihre innere Uhr aus. Das hat die Zoologin Annika Herwig von der Tierärztlichen Hochschule in Hannover herausgefunden. Da bei Hamstern in Winterruhe kein 24-Stunden-Rhythmus feststellbar war, untersuchten Zoologen die Aktivität des Uhren-Genes.
Mithilfe des Uhren-Genes wird etwa die Produktion des Hormons Melatonin gesteuert. Bei Hamstern im Winterschlaf fehlt dieser Rhythmus. Er war dauerhaft gehemmt oder dauerhaft angeschaltet. Die Untersuchungen haben die Annahme widerlegt, dass die innere Uhr auch die Zeitabläufe im Winterschlaf kontrolliert. Dazu mussten allerdings 40 Hamster in verschiedenen Phasen des Schlafes getötet werden um nach einer Genexpression in einer Zellansammlung im Hypothalamus zu sehen. Diese Zellen bilden die innere Uhr.
Überraschendes Ergebnis
"Dieses Ergebnis ist sehr überraschend, weil der Winterschlaf ein zeitlich sehr präziser regulierter Prozess ist", betont die Zoologin. Die Tiere müssen wissen wann es im Frühjahr wieder aufzuwachen gilt. Was den Winterschlaf auslöst und reguliert, ist aber nach wie vor noch ungeklärt. Möglicherweise werde das Aufwachen nicht aktiv gesteuert, sondern durch körperliche Folgen des Winterschlafs ausgelöst, meint Herwig. Es sammeln sich Stoffwechselabbauprodukte und Gehirnzellen werden, ähnlich wie bei Alzheimer-Patienten, zurückgebildet.
