"Gejagte werden zu Jägern": Aufstrebende Länder drängen in die Industrienationen
- Studie: Indien, China und Russland am Vormarsch
Unternehmen aus neuen Wachstumsländern wie Indien, China oder Russland kaufen sich immer öfter in den alten Industriestaaten ein. "Die Gejagten werden langsam zu Jägern", ist das Fazit einer Studie der Unternehmensberatung KPMG. 126 Unternehmensübernahmen von Industrieländern standen im ersten Halbjahr 2007 insgesamt 67 Transaktionen von Unternehmen aus den aufstrebenden Ländern gegenüber.
In den vergangenen vier Jahren habe sich die Entwicklung der Übernahmen von einer Quote von vier zu eins auf unter zwei zu eins im ersten Halbjahr 2007 angenähert, heißt es in der Untersuchung. In Europa liege das Verhältnis sogar bereits bei drei zu zwei.
KPMG-Manager Thorsten Amann erklärte: "Die Zahlen verdeutlichen die Dynamik, mit der Unternehmen aus den Emerging Markets, insbesondere aus Indien und Russland, in die Industrienationen drängen". Dies werfe die Frage auf, wann sich das Kräfteverhältnis zwischen den Industrienationen und den neuen Wachstumsmärkten umkehren werde. "Mit Blick auf die aktuelle Aufholjagd der Newcomer in China, Indien und Russland ist ein Rollenwechsel bereits innerhalb der kommenden zwei bis drei Jahre möglich."
Von europäischer Seite konzentrieren sich die Übernahmen noch immer stark auf China und Hongkong (15 Transaktion im ersten Halbjahr 2007), dicht gefolgt von Russland mit 14 Transaktionen. Indien und Brasilien verzeichnen jeweils 8. In Richtung Europa liegen indische Unternehmen mit 13 Übernahmen vor Russland (9), China und Hongkong (6). Brasiliens Unternehmen widmeten Europa dagegen kaum ein Interesse.
(apa)

