21.8.2007 15:01

Prager kämpft um sein "Stammleiberl": Noch kein Wechsel von Heerenveen geplant

  • ÖFB-Spieler seit Frühjahr 2006 auf der Ersatzbank
  • 21-Jähriger: "Bin sehr enttäuscht über die Situation"

Für Thomas Prager bietet das Fußball-Länderspiel im Wiener Happel-Stadion gegen Tschechien eine willkommene Abwechslung. Während der Mittelfeldspieler in der ÖFB-Auswahl zum Stamm-Inventar zählt, muss er in seinem Verein SC Heerenveen schon seit vergangenem Frühjahr mit der Ersatzbank vorliebnehmen.

"Ich bin von den Länderspielen gegen Ghana und Frankreich zurückgekommen und Trainer Gert Jan Verbeek hat mir gesagt, dass ich müde bin und ein Spiel pausieren soll", erzählte der Wiener. Dabei ist es aber nicht geblieben, denn plötzlich kam Prager höchstens als Einwechselspieler zum Einsatz und versäumte obendrein die vergangenen beiden Länderspiele gegen Schottland (0:1 am 30. Mai) und Paraguay (0:0 am 2. Juni) wegen einer Knöchelverletzung.

Nach der Saisonvorbereitung bekam der 21-Jährige im defensiven zentralen Mittelfeld zwei neue Spieler, den US-Teamchef-Sohn und U20-WM-Teilnehmer Michael Bradley und einen im Sommer um 1,5 Millionen Euro verpflichteten Verteidiger, vorgesetzt. "Über diese Situation bin ich sehr enttäuscht", meinte Prager, von dem sein Vereins-Coach mehr Offensiv-Aktionen verlangt hatte. "In der Vorbereitung hat er mir noch bestätigt, dass ich mich in diesem Bereich verbessert habe", so Prager.

Trotz des Stammplatz-Verlustes will Prager seine Zelte in den Niederlanden zumindest vorläufig nicht abbrechen. "Es ist derzeit nicht wirklich mein Ziel, wegzugehen. Aber wenn ich bis Winter nicht spiele, ist es ganz klar, dann muss ich weg."

Teamchef Josef Hickersberger verzichtet mit Hinweis auf seine eigenen Erfahrungen darauf, seinen Schützling in der Frage eines möglichen Vereinswechsels Ratschläge zu erteilen. "Ich war Stammspieler in Düsseldorf, mir wurde ein Ein-Jahresvertrag geboten, ich wollte aber einen Zwei-Jahresvertrag. Dann bin ich nach Tirol gegangen und abgestiegen, und Düsseldorf hat in diesem Jahr in einem Europacup-Finale gespielt (Anm.: 3:4 n.V. im Cupsieger-Endspiel 1979 gegen den FC Barcelona mit Hans Krankl). Hätte mir das ein Trainer geraten, ich hätte ihn erwürgt, also werde ich mich hüten, Tipps zu geben", sagte der 59-Jährige.

Einmal mehr machte der Teamchef klar, dass ohne genügend Vereins-Einsätze keine EM-Teilnahme möglich ist. "Es geht um regelmäßige Spielpraxis, und wenn jemand jedes dritte Match eingewechselt wird, kann man nicht von Spielpraxis reden." Wünschenswert wäre laut "Hicke", dass die ÖFB-Kicker in 60 Prozent der Pflichtspiele genügend Zeit auf dem Rasen bekommen.

Allein damit ist es aber auch noch nicht getan. "Je näher die EURO kommt, desto wichtiger sind Spiele und desto wichtiger ist für die Spieler nicht nur ein Stammleiberl, sondern auch eine gute Form", sagte Hickersberger, dem auch das Reservisten-Schicksal von Martin Hiden belastet. "Diese Situation ist natürlich für Hiden am schlimmsten, aber auch für Pacult nicht einfach. Denn es ist schwierig, dem Kapitän zu sagen, dass er nicht mehr erste Wahl ist."

(apa)

21.8.2007 15:01
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