Empire State Building als Kulisse: Günstige Auftaktlose für die Österreicher bei US-Open
- Bammer gegen Tanasugarn, Melzer gegen Hartfield
- Zuschauer-Rekord in Sicht: 625.000 Tickets verkauft
Vor einem Jahr haben insgesamt vier Österreicher im Hauptbewerb der US-Tennis-Open in New York ihr Glück versucht, doch nur Sybille Bammer erreichte damals die zweite Runde. Die Ausgangslage für die ÖTV-Asse sieht zwölf Monate später in Flushing Meadows wesentlich erfreulicher aus: Zumindest sechs Österreicher, - drei Damen und drei Herren -, stehen im Hauptbewerb. Die beiden jeweils besten Spieler sind sogar gesetzt.
Der rot-weiß-rote Aufschwung wurde hauptsächlich von den Damen eingeleitet: Einerseits von der nun 16-jährigen Tamira Paszek, die mit ihrem ersten WTA-Turniererfolg in Portoroz kurz nach den US Open 2006 ihren tollen Aufstieg in der Weltrangliste begann, andererseits durch Sybille Bammer (erster WTA-Titel heuer in Pattaya City). Die 27-jährige Tennis-Mama war vor einem Jahr noch 48., Paszek gar nur 260. Vor dem letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres ist Bammer Nummer 20 der Welt, Paszek hat sich mit Platz 43 schon in den Top 50 etabliert.
Und so darf Österreich im New Yorker Stadtteil Queens gar auf einen seltenen "Hattrick" hoffen: Bammer hatte bei den French Open in Paris, Paszek noch überraschender in Wimbledon das Achtelfinale erreicht. Durchaus möglich, dass dieses Kunststück auch bei den US Open gelingt.
Bammer gegen Tanasugarn
"So weit denken wir noch nicht", meinte Bammer-Coach Jürgen Waber. "Tamarine Tanasugarn ist eine sehr gute Spielerin. Dass Sybille Favoritin ist, schreibt eh ihr Journalisten", warnte Waber im Gespräch mit der APA.
Auch in Paris und Wimbledon ist man mit der Taktik, sich einmal ganz auf die erste Runde zu konzentrieren, gut gefahren. "Aber natürlich wären wir sehr happy über eine dritte Runde", gab Waber zu. Die als Nummer 19 gesetzte Bammer träfe bei einem Sieg über die Thailänderin entweder auf Vania King oder Meghann Shaughnessy (beide USA), in Runde drei winkt ein Duell mit der als Nummer 14 gesetzten Russin Jelena Dementjewa. Also sicher kein "Hammerlos" für Bammer.
Paszek gegen Arn
Paszek darf im Duell mit der Deutschen Greta Arn ebenfalls favorisiert werden und richtig fürchten müsste sie sich danach weder vor Gastein-Siegerin Francesca Schiavone (ITA-24) noch vor Nathalie Dechy (FRA). Daran kann auch ihr Erstrunden-Aus in der Vorwoche in Toronto im dritten Satz gegen ebendiese Schiavone nichts ändern. Und auch Bammer lässt sich von der laut Waber "unnötigen Niederlage" im New-Haven-Achtelfinale gegen Eleni Daniilidou sicher nicht entmutigen. Ein Major-Turnier setzt ganz andere Energien frei und sticht auch emotional im Turnier-Alltag klar hervor.
Yvonne Meusburger feiert wie Paszek ihre US-Open-Premiere im Hauptbewerb. Sie darf sich ruhig einige Tipps von Bammer holen, trifft die Bad-Gastein-Finalistin, die sich heuer ebenfalls in den Top 100 etabliert hat, doch zum Auftakt auf Daniilidou. "Yvonne muss sie so viel wie möglich bewegen und sie aus dem Platz treiben", riet Waber schon vorab.
Melzer ist guter Hoffnung
Bei den Herren hat es Jürgen Melzer trotz einer zweimonatigen Verletzungs-Auszeit und der Ungewissheit einer möglichen Handgelenks-Operation doch noch geschafft. Er ist beim letzten Saison-Major nach dem verpassten Wimbledon nicht nur wieder dabei, sondern er holte mit dem Achtelfinaleinzug in Cincinnati im letzten Moment auch noch die so wichtige Setzung für die US Open.
Und er holte sich auch Selbstvertrauen, ließ New Haven aus und bereitet sich schon seit Sonntag auf das Turnier vor. "Ich bin nicht mehr weit weg von meiner Form vor der Verletzung", verriet Melzer in seinem Web-Tagebuch auf www.sport1.at. "Mit einer Woche Training in den Beinen, sollte es bei den US Open dann hoffentlich nach Wunsch laufen."
Gegen Diego Hartfield (ARG) ist er klarer Favorit, nach zuletzt zwei Erstrunden-Niederlagen in Flushing Meadows endlich wieder weiterzukommen. Auch die möglichen Zweitrundengegner Nicolas Mahut (FRA) oder Juan Martin del Potro (ARG) sind in seiner Reichweite. In Runde drei könnte Melzer mit dem Weltranglisten-Dritten Novak Djokovic (SRB) aber an seine Grenzen stoßen.
Für Stefan Koubek kam in New Haven gegen Luis Horna das (Erstrunden-)Aus zu früh, ein 4:6 im dritten Satz verhinderte etwas mehr Spielpraxis, die er danach mit weiteren Trainingseinheiten in Connecticut holte. Koubek spielt in New York erstmals gegen den US-Amerikaner Sam Querrey, der allerdings keinesfalls zu unterschätzen ist, wie ein Semifinale in Indianapolis sowie zuletzt ein Viertelfinale in Cincinnati beweisen.
Nicht zu vergessen ist "Spätstarter" Werner Eschauer. Der Amersfoort-Finalist, der sich mit 33 Jahren völlig überraschend schon bis auf Platz 54 gespielt hat, trifft auf Florent Serra (FRA). Er steht zum zweiten Mal im US-Open-Hauptbewerb und hofft auf den ersten Sieg. (APA/red)
