Hagara/Steinacher halten Konkurrenz auf Trab: Olympia-Sieger im großen Interview
- Österreicher feierten Erfolg bei den Pre Olympics
·Hagara & Steinacher segelten "Gold" an
Pre Olympics: Besiegen australische Dauerrivalen

Mit dem Sieg bei den Pre Olympics vor Qingdao haben die Tornado-Doppelolympiasieger Roman Hagara/Hans Peter Steinacher ihre Anwartschaft auf das Gold-Triple im Zeichen der Fünf Ringe untermauert. Bis August 2008 wartet aber noch viel Arbeit auf den Wiener Steuermann und den Salzburger Vorschoter, nicht zuletzt die Sicherung des Nationentickets bei der Weltmeisterschaft von 22. Februar bis 1. März 2008 vor Auckland (Neuseeland), das die Teilnahme an den Sommerspielen überhaupt erst ermöglicht.
Ein Interview der APA in Qingdao über die speziellen Verhältnisse im olympischen Segelrevier und das ebenso besondere zum australischen Dauerrivalen Darren Bundock.
Was sind die Erkenntnisse dieser Pre Olympics?
Hagara: "Dass der Australier (Darren Bundock/Anm.) bei leichtem Wind einen Schritt nach vorne gemacht hat, da wo wir immer einen Vorteil hatten. Das ist eine relativ große Überraschung. Auch wenn wir hier vorne waren, so waren wir doch unter Druck. Er tut sich nun leichter, aber er hat noch relativ viele Fehler gemacht, die uns geholfen haben. Da müssen wir auch sicher noch ein bisserl am Material arbeiten, damit wir den Vorteil behalten. Das Ergebnis schaut besser aus, als das Material von der Geschwindigkeit hergibt."
Steinacher: "Voriges Jahr hat sich Bundock noch ganz schwergetan, aber er hat aufgeholt. Wir waren die zwei Boote, die bei Leichtwind dominiert haben. Es waren irrsinnige Geschwindigkeitsrennen bei sehr starker Strömung. Die Kurse waren so, dass alles in eine Richtung ging, das heißt, wir fahren einen sehr langen Schlag und den nächsten ganz kurz. Da hat man wenig Möglichkeiten, abzuweichen. Das wird auch nächstes Jahr so sein. Von der Strömung her waren die letzten zwei Regattatage heuer so, wie die ersten zwei bei Olympia nächstes Jahr sein werden, das hat unser Meteorologe schon berechnet."
Das Kriterium hier ist also mehr die Strömung als die Leichtwindverhältnisse?
Hagara: "Ja, und auf diese Wellen und diese Strömung müssen wir das Material nun abstimmen. Wir werden im Oktober vor Sizilien trainieren, dort soll ähnlich viel Strömung sein, genau solche Verhältnisse finden wir aber in Europa nicht. Hier in Qingdao haben wir sehr wichtige Informationen von unserem Meteorologen (Alessandro Pezzoli/Anm.) bekommen über Wolkenbildung und Strömungsrichtung."
Steinacher: "Der Wind wird von der Strömung beeinflusst, und es ist hier passiert, dass sich während einer Wettfahrt die Strömungsrichtung geändert hat. Das geht im Sechsstundenrhythmus, also auch wenn wir bei Olympia unsere Wettfahrten in der Früh haben sollten, wird das der Fall sein."
Am letzten Regattatag war viel Wind und Sie beide auch vorne mit dabei. Das ist doch beruhigend für die WM im Starkwindrevier, oder?
Steinacher: "Der gestrige Tag (Mittwoch/Anm.) hat dem Bundock sicher zu denken gegeben. Im Medal Race wäre es schlecht gewesen, wenn er locker dominiert hätte. Dann könnte er sagen, bei leichtem Wind hat er sich stark verbessert und bei viel ist er immer noch schneller. Ich habe ihn gestern gefragt, was los war, er sagte, er hatte einen Nylonsack am Ruder, was natürlich eine Ausrede war..."
Und so darf sich auch Ihr größter Konkurrent noch nicht ausruhen. Was werden Sie ihm entgegenhalten?
Hagara: "Wir werden an einem Allroundmaterial und an einem für die Bedingungen, wie sie hier sind, arbeiten, wir hatten auch unseren argentinischen Segeldesigner hier. Wir haben viele Daten für Computersimulationen. Wir mögen es hier, diese leichten Winde und schwierigen Bedingungen, es kommt uns entgegen. Und für nächstes Jahr werden wir sechs bis sieben Kilogramm abnehmen, das geht schon."
Steinacher: "Hier kann man erst wieder ab Mai segeln. Voraussichtlich werden wir im Mai/Juni und Juni/Juli jeweils einen vierzehntägigen Trainingsblock absolvieren."
Dass der Quotenplatz für Olympia erst zu holen ist, war das überhaupt nicht störend vorhanden in Ihren Köpfen während dieses Test-Events?
Hagara: "Nein, denn das hatte mit dieser Regatta nichts zu tun. Das wird erst im nächsten Jahr ein Thema."
Steinacher: "In Neuseeland sollten wir gut segeln, dann wird es kein Problem sein. Wenn wir aber einen Materialschaden haben oder einer krank ist, dann wird es knapp, dann hat die Konkurrenz noch genug Möglichkeiten ..."
Aber Darren Bundock liebt die Herausforderung doch, er will sicher auch bei Olympia gegen Hagara/Steinacher segeln ...
Steinacher: "Das glaube ich schon, er ist ein total fairer Segler, das muss man ihm zugutehalten. Wenn er mal einen Blödsinn macht, oder es knapp wird, dann kommt er auch immer und entschuldigt sich."
(apa)
