Donnerstag, 23. August 2007

Oympia-Fieber bei den Österreich-Seglern:
Vorbereitung auf Edelmetall läuft optimal

  • ÖSV-Sportdirektor Fundak zieht positive Bilanz
  • Olympische Herausforderungen sehr komplex

Top-Ergebnisse lieferten die österreichischen Segler bei der Olympia-Generalprobe im chinesischen Qindao ab. Neben dem Erfolgsduo Hagara/Steinacher sorgten auch die anderen ÖSC-Vertreter für Spitzenplätze. Die Erwartungen auf olympisches Edelmetall im nächsten Jahr in Peking sind damit weiter gestiegen.

Sieg der Tornado-Doppel-Olympiasieger Roman Hagara/Hans Peter Steinacher, siebente Plätze für Nico Delle-Karth/Niko Resch (49er) und Hans Spitzauer/Christian Nehammer (Star) sowie die Ränge 11 und 15 für die nicht im Medal Race vertretenen Andreas Geritzer (Laser) und Sylvia Vogl/Carolina Flatscher (470er) haben die Pre Olympics im Segeln vor Qingdao gebracht. Der Olympia-Countdown hat längst begonnen. "Heute erst anzufangen, das ist schon zu spät", sagte ÖSV-Sportdirektor Georg Fundak.

Schwierige Bedingungen
Das Revier vor Qingdao stellt die Segler vor neue Herausforderungen: "Es ist so komplex. Man muss locker und flexibel sein, mit der richtigen Spannung, mental und körperlich total fit. Der gestrige Tag hat gezeigt, dass wir hier auch nächstes Jahr ein, zwei Tage mit ordentlichem Wind rechnen können, wir müssen auf großer Breite spielen", merkte Fundak an. "Für die nächsten 365 Tage heißt das, sich nicht jeden Tag nur von 10 bis 16 Uhr, sondern 24 Stunden damit zu beschäftigen. Und das wird sehr, sehr schwer, auch für die Familie und die Umgebung. Nur wer schon infiziert ist, schafft es."

Für alle außer Geritzer und den "Nickos" gilt es auch noch, das Nationenticket für Olympia zu holen. "Manche müssen sich dafür noch steigern", sagte Fundak, der zusätzlich zu den genannten Booten auch die 470er-Herren Matthias Schmid/Florian Reichstädter auf der Rechnung für eine Qualifikation hat. "Wenn wir nächstes Jahr vier im Medal Race haben, dann wäre das ein sehr schönes Ergebnis."

Große Erwartungen
Die Öffentlichkeit erwarte sich natürlich Medaillen, doch er wisse, welch große Leistung ein Platz von vier bis sechs sei. "Da fragt die Bevölkerung aber dann, warst du überhaupt bei den Spielen?" Von Verbandsseiten Druck auf die Athleten auszuüben, sei die falsche Taktik, aber gewisse Aufgaben werden natürlich verteilt. "Die Sportler wissen, für Olympia riskieren sie ein Jahr ihres Lebens. Für mich ist das nicht so schwer, denn mein Leben ist der Segelsport."

Trotzdem, nach der Olympiatestregatte machen Hagara/Steinacher jetzt einen Monat zumindest segelfrei, die Vorbereitung läuft natürlich weiter, denn Training auf dem Wasser ist nur ein Teil des Ganzen. Der Salzburger Steinacher freut sich auf eine gemütliche Segelausfahrt mit seinen Kindern und wird auch beim Schulbeginn zu Hause sein. Danach steht ein Trainingslager mit den Landsleuten Thomas Zajac/Thomas Czajka, den Argentiniern Santiago Lange/Carlos Espinola und den Italienern Francesco Marcolini/Edoardo Binachi vor Sizilien auf dem Programm.

Positive Bilanz des Sportdirektors
In Qingdao war Fundak von der Leistung des ÖSV-Starbootes überrascht. "Nicht von der Platzierung, denn die Top-Acht traue ich ihnen zu, aber wie sie sich eingestellt und von Wettfahrt zu Wettfahrt gesteigert haben." Lob fand er auch für die junge Besatzung des 49ers: "Sie haben wieder bewiesen, dass sie talentierte Segler sind. Sie sind sehr gefühlvoll. Und sie können bei allen Verhältnissen gut sein, sie müssen es nur unter Druck noch beweisen und da gehört viel Training dazu."

Auf Vogl/Flatscher und Geritzer kommt ein wenig Extraarbeit zu. "Bei den Mädchen sind wir in einer Umbauphase was die Arbeit im Boot betrifft, das braucht noch etwas Zeit", erklärte Fundak. Eingebunden ist dabei auch Mentalbetreuer Günter Amesberger. Zu Geritzer meinte Fundak: "Dem Andi ist das heuer schon zu oft passiert, dass er von einer guten Platzierung zurückfiel. Wir werden auf die WM hin die Betreuung auf direkte Wettkampfanalyse umstellen." (apa/red)

23.8.2007 13:00