Montag, 20. August 2007

Roger Federer feiert 50. Turniersieg: Siegreich gegen Blake im Cincinnati-Finale

  • Henin bezwingt im Toronto-Finale Jelena Jankovic
  • Federer und Henin bestätigen Weltranglistenplatz 1

Roger Federer hat es mit einer Woche Verspätung geschafft. Der Weltranglisten-Erste aus der Schweiz sicherte sich mit dem 6:1,6:4-Finalerfolg gegen den US-Amerikaner James Blake beim ATP-Masters in Cincinnati seinen 50. Turniersieg. Ihren 35. Titel auf der WTA-Tour feierte Justine Henin. Die Weltranglisten-Erste aus Belgien gewann in Toronto (1,34 Mio. Dollar) durch einen 7:6 (3),7:5-Erfolg im Endspiel gegen die serbische Bammer-Bezwingerin Jelena Jankovic.

Federer hatte den Jubiläums-Sieg eigentlich schon eine Woche zuvor in Montreal anvisiert. Doch während der 26-Jährige dort noch überraschend dem Serben Novak Djokovic unterlag, gewann er eine Woche nach seinem 26. Geburtstag in Cincinnati in beeindruckender Weise. Damit hat der Branchenprimus als fünftjüngster Tennis-Profi die Marke von 50 Turniersiegen erreicht.

"Darauf war ich eigentlich nie fokussiert, aber es ist auf jeden Fall eine schöne Zahl. 50 Turniererfolge sind eine Menge, das ist großartig", sagte Federer. In der bisherigen Tennis-Historie waren nur Björn Borg, Jimmy Connors, John McEnroe und Ivan Lendl jünger, als sie zum 50. Mal einen Siegerpokal in die Höhe hielten. In der Rangliste der Spieler mit den meisten Turniersiegen ist Federer jetzt Neunter, die nächste Marke sind die 57 des Rumänen Ilie Nastase.

Federer hat aber keine Absicht, den Connors-Rekord anzugreifen. "Ich kann nicht sagen, ob es damals leichter war. Aber es ist jedenfalls viel zu weit weg, ich bin nicht einmal noch bei der Hälfte seiner Siege", sagte der seit Jahren dominierende Spieler auf der Tour, der in der aktuellen Weltrangliste nun wieder über 2.000 Punkte Vorsprung auf den Spanier Rafael Nadal hat. "Das war meine bisher beste Vorbereitung auf die US Open überhaupt. Ich komme mit großer Zuversicht nach New York", sagte der Titelverteidiger.

"Alles, was Roger macht, ist einfach beeindruckend. 50 Turniersiege mit gerade einmal 26 Jahren, das ist Wahnsinn", sagte Blake nach der Lehrstunde in Cincinnati. Federer bekommt in seinem Schweizer Haus in Oberwil allmählich Platzprobleme. "Ich bewahre alle Trophäen dort in einem Raum auf, der mittlerweile schon die Größe eines Büros hat", sagte er lächelnd. Alle Pokale stünden in Glasvitrinen, so dass er nicht ewig Staub zu wischen brauche, fügte Federer hinzu.

Mit dem Sieg in Cincinnati gelang dem Schweizer zudem eindrucksvoll die Generalprobe für die am 27. August beginnenden US Open. In Flushing Meadows peilt er seinen vierten Triumph in Serie an. Auch Blake ist überzeugt, dass der Sieg dort nur über Federer geht. "Viele Leute haben gesagt, dass es manchmal so aussieht, als könne man Roger schlagen. Aber dann geht er raus auf den Platz und zeigt allen, dass er unschlagbar ist - erst recht bei den Grand-Slam-Turnieren. Dort spielt er sogar noch besser."

Auch Henin schaffte in Toronto einen "Runden", klagte eine Woche vor den Open aber über Schulterproblem. "Am Vorabend hätte ich nicht gedacht, dass ich zum Finale antreten kann", sagte die Belgierin. Es war sogar schon eine Exhibition zwischen Jankovic und der Russin Nadia Petrowa angesetzt, dann machten die Therapeuten die 26-jährige Henin aber doch noch fit für das Endspiel, das dann 2:18 Stunden dauerte. "Im Match war es okay. Aber meine Schulter wird nun wohl tagelang schmerzen", seufzte Henin, die diese Woche auf Tennis pfeift und sich lieber die Niagara-Fälle anschaut.

Auch die österreichischen US-Open-Starter sind in der Woche vor dem letzten Saison-Major nur teilweise in New Haven im Turnier-Einsatz. Die als Nummer 7 gesetzte Sybille Bammer (gegen Meghan Shaugnessy) und Stefan Koubek (Nicolas Lapentti) waren schon am (heutigen) Montag gefordert. Yvonne Meusburger musste wegen ihres Halbfinales in der Bronx auf die Qualifikation für New Haven verzichten, Jürgen Melzer und Tamira Paszek bereiten sich anderweitig vor.

(apa)

20.8.2007 13:41