Montag, 27. August 2007

Dialog & Verhandlung bei UN-Klimatreffen: Beratungen vor großer Konferenz in Bali

  • Kyoto-Staaten wollen Reduktionsziele ausarbeiten
  • Vertragsstaaten der Klimarahmenkonvention dabei

Das UN-Klimatreffen, das in Wien begonnen hat, teilt sich in zwei Bereiche: In einer großen Runde wird ein Dialog fast aller Staaten abgehalten, um auch Länder wie die USA oder China für Klimaschutzziele an Bord zu bekommen. Danach setzt sich die kleinere Kyoto-Gruppe zusammen und arbeitet an Entwürfen für künftige Strategien, die auch weltweite Emissionsziele beinhalten könnten.

UNFCCC-Generalsekretär Yvo de Boer zeigte sich bei einem Pressegespräch am Montag zufrieden mit den USA, die sich wieder auf die UNO-Ebene begeben wollen. Die USA hatten vorgeschlagen, separat zu den UNO-Verhandlungen 15 der weltweit stärksten Klimasünder an einen Tisch zu bringen. Das Ergebnis der Gespräche werde der UNO zugeführt, so de Boer, der die Hoffnung, die USA in ein Post-Kyoto-Abkommen einzubinden, noch nicht aufgegeben hat: "Präsident Bush hat den Stier bei den Hörnern gepackt, jetzt stellt sich die Frage, wo sich Bush und der Stier hinbewegen."

Dialog von insgesamt 191 Staaten
Um Skeptiker gegenüber einem neuen weltweiten Klimaabkommen bei der UN-Klimakonferenz in Bali ebenfalls an den Verhandlungstisch zu bekommen, findet in Wien von Montag bis Mittwoch der sogenannte Dialog von insgesamt 191 Staaten statt. Dabei sollen die nötigen Einzelbausteine ausgearbeitet werden.

De Boer schilderte das derzeitige Patt anhand der Situation der USA und China: Beide verlangen vom anderen konkrete Zusagen, bevor sie selbst zu einem ersten Schritt willens sind. Außerdem fürchte man sich in den USA vor Förderungen für China. Ein Ausweg wäre, wenn die USA ihre Umwelttechnologien an die Chinesen exportieren würden, wovon wiederum beide profitieren können. Die Leiterin der Gespräche, Sandea de Wet, zitierte ein altes afrikanisches Sprichwort, um das Problem zu illustrieren: "Ein Elefant ist im Raum, aber niemand möchte darüber reden."

(apa/red)

27.8.2007 16:19