Waldbrände großteils unter Kontrolle: Noch ein Großfeuer wütet derzeit am Peloponnes
- Sorge: Neue Hitzewelle wurde bereits angekündigt
- 190.000 Hektar Waldfläche von Bränden vernichtet
·BILDER der Flammen in Griechenland
Ministerpräsident spricht von "nationaler Tragödie"
·Drei Hauptursachen für Waldbrände
Bodenspekulanten, Fahr- lässigkeit und Müllhalden
·Österreichs Urlauber sind nicht in Gefahr
Touristen verließen die griechische Krisenregion
·Bundesheer hilft bei Brandbekämpfung
Zwei Hubschschrauber & zwei Flugzeuge im Einsatz
·Die schlimmsten Waldbrände seit 2005
Griechenland von Feuer- inferno heimgesucht

Feuerwehrleute haben in Griechenland noch gegen ein einzelnes Großfeuer auf dem Peloponnes angekämpft. Hunderte weitere Brände waren inzwischen unter Kontrolle. Es bestand jedoch die Sorge, dass eine erwartete neue Hitzewelle mit starkem Wind kleinere Feuer wieder anfachen könnte.
Das verbliebene Großfeuer bei Karytaina wurde nach Angaben der Einsatzkräfte mit Dutzenden Löschflugzeugen bekämpft. Mindestens fünf Dörfer in der Region wurden evakuiert. In anderen Teilen des Peloponnes waren Feuerwehrleute, unterstützt von mehr als 20 Flugzeugen, mit dem Löschen kleinerer Brände beschäftigt.
Allein von Freitag bis Dienstag verwüsteten die Flammen in Griechenland eine Fläche von 190.000 Hektar - zehn Mal mehr als im Durchschnitt der letzten 50 Jahre, wie das Europäische Informationssystem für Waldbrände der EU-Kommission (EFFIS) erklärte. Mindestens 64 Menschen kamen ums Leben.
Vor Banken bildeten sich wieder lange Schlangen von Menschen, die sich die von der Regierung zur Verfügung gestellte Soforthilfe auszahlen lassen wollten. Zuvor erhielten 7.500 Menschen nach Regierungsangaben insgesamt 24 Millionen Euro. An Privatspenden seien mehr als 38 Millionen Euro eingegangen, erklärte Regierungssprecher Theodoros Roussopoulos.
In Athen protestierten mehr als 10.000 Menschen gegen das Krisenmanagement der Behörden. Die Demonstranten waren in Schwarz gekleidet und trugen Spruchbänder mit der Aufschrift "Nein zur Zerstörung der Natur". Sie versammelten sich vor dem Parlamentsgebäude zu Schweigeminuten. Einige Teilnehmer richteten höhnische Buh-Rufe gegen die Polizei, die ihrerseits einige Rauchbomben einsetzte. In der nördlichen Metropole Saloniki demonstrierten etwa 1.000 Menschen in T-Shirts mit der Aufschrift "Wir sind alle vom Peloponnes".
Im Kampf gegen die Flammen war auch das österreichische Hilfskontingent auf der griechischen Insel Euböa weiterhin im Einsatz. Insgesamt sind 28 Hilfskräfte vom Bundesheer sowie der oberösterreichischen Feuerwehr im Krisengebiet stationiert. "Am Nachmittag ist die Truppe im nördlichen Euböa mit zwei Helikoptern und zwei Flugzeugen im Löscheinsatz", berichtete Major Wolfgang Schneider. (apa/red)
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