Samstag, 25. August 2007

2 Terroranschläge in Indien: Mindestens 30 Todesopfer bei fast zeitgleichen Explosionen

  • Bombe bei Lasershow in einem Vergnügungspark
  • Polizei nach Detonationen in Alarmbereitschaft

Bei zwei fast zeitgleichen Bombenanschlägen in der südindischen Millionenstadt Hyderabad sind nach offiziellen Angaben mindestens 30 Menschen ums Leben gekommen. Mindestens 35 Menschen wurden verletzt, einige von ihnen schwer, berichtete die indische Nachrichtenagentur Press Trust of India (PTI) unter Berufung auf den Innenminister des Unionsstaats Andhra Pradesh, K. Jana Reddy. Die Behörden gingen nach vorläufigen Ermittlungen von Terroranschlägen aus.

In der Nähe eines Straßenrestaurants im Stadtteil Kothi starben etwa 24 Menschen. Eine weitere Explosion habe sich während einer Lasershow im etwa acht Kilometer entfernten Lumbini Vergnügungspark ereignet. Dort kamen rund acht Menschen ums Leben. Es hatten sich um die 500 Zuschauer versammelt, um die Lasershow zu sehen. In der Nähe des Parks befinden sich wichtige öffentliche Gebäude, darunter der Amtssitz der Regierung des Unionsstaats.

Fernsehbilder aus dem Lumbini Park zeigten Blutlacken und Leichen zwischen zerstörten Plastiksesseln. Polizisten suchten mit Taschenlampen und Hunden nach weiteren Sprengsätzen.

Die Explosionen seien allem Anschein nach durch Sprengstoff ausgelöst worden, sagte Reddy. Die Sicherheitskräfte in der Stadt wurden in Alarmbereitschaft versetzt. Die Bürger Hyderabads wurden zu Wachsamkeit aufgefordert und gebeten, möglichst zu Hause zu bleiben und öffentliche Plätze zu meiden. Der indische Ministerpräsident Manmohan Singh verurteilte die Explosionen und erklärte, er sei tief besorgt.

Heuer, am 18. Mai, waren bei einem Bombenanschlag auf eine Moschee in Hyderabad elf Menschen ums Leben gekommen, mehr als 100 Menschen wurden verletzt. Muslimische Demonstranten warfen der Polizei daraufhin vor, sie nicht ausreichend zu schützen. Es kam zu Straßenschlachten, bei denen fünf Menschen getötet wurden. Radikale Hindu-Nationalisten und extremistische Muslime verüben in Indien immer wieder Anschläge, um Spannungen zwischen den beiden größten Glaubensgemeinschaften des Landes zu schaffen.

(apa/red)

25.8.2007 20:29