Dienstag, 21. August 2007

Totale Flaute bei Forza Italia: Ex-Premier Berlusconi plant neue "Partei der Freiheit"

  • Soll Zusammenhalt im Mitte-Rechts-Block stärken
  • Michela Brambilla soll an Seite von Berlusconi stehen

Der italienische Oppositionschef Silvio Berlusconi (71) plant die Gründung einer neuen Gruppierung, die "Partei der Freiheit" (Partito della Libertà) heißen soll. Der Ex-Premier wird noch diese Woche Namen und Symbol der neuen Partei notariell registrieren lassen, berichteten italienische Medien. Damit will Berlusconi seiner konservativen Partei Forza Italia (FI) neuen Schwung geben und den Zusammenhalt in seinem oppositionellen Mitte-rechts-Block stärken.

An Berlusconis Seite steht die 39-jährige rothaarige Starpolitikerin der Forza Italia, Michela Brambilla, die als Sekretärin die neue Partei leiten soll. Ziel Berlusconis sei es, die moderaten Rechten unter einem Dach zu vereinen, die sich heute zwischen FI, Alleanza Nazionale (AN), Lega Nord, UDC (Christdemokraten) und einer Vielzahl kleinerer Formationen aufteilen, heißt es in Rom. Die Wiedervereinigung von Mitte-Rechts unter einer neuen Flagge ist für Berlusconi prioritär, meinen politische Beobachter.

An dem Projekt der neuen Partei arbeitet auch der Senator der Forza Italia, Paolo Guzzanti (67). "Wir müssen für die liberalen und reformorientierten Kräfte in Italien wieder attraktiv werden, da die Forza Italia bei den Parlamentswahlen im vergangenen Jahr zwei Millionen Wählerstimmen verloren hat", berichtete Guzzanti.

Aufruhr in der Forza Italia
Berlusconis Pläne sorgen für Aufruhr in der Forza Italia. Vor allem Mitgründer der Partei, wie der Ex-Innenminister Giuseppe Pisanu und Ex-Regionenminister Claudio Scajola befürchten, dass sie innerhalb des Berlusconi-Stabes und der FI ihre Posten verlieren könnten.

Skeptisch über Berlusconis Erneuerungsabsichten zeigt sich die UDC, die kritischste Partei unter den Verbündeten des TV-Unternehmers. "Berlusconi hat eine lebhafte Fantasie und ein unbestreitbares organisatorisches Talent. Seine 'Coups de Theatre' bringen Schwung in die Politik, doch Italien muss sich mit reellen Problemen auseinandersetzen. Berlusconi hegt Revancheprojekte, ohne jedoch auf ein konkretes Programm für die Probleme Italiens zu setzen", kritisierte der UDC-Spitzenpolitiker Bruno Tabacci. (apa)

21.8.2007 10:34