CSSD greift Schwarzenberg wegen Kritik an Darabos an: "Zieht Streit mit Österreich an"
- Darabos: US- Raketenschild sei "Provokation"
Die tschechischen oppositionellen Sozialdemokraten (CSSD) haben am Prager Außenminister Schwarzenberg wegen seiner Reaktionen auf Aussagen von Bundesverteidigungsminister Darabos heftige Kritik geübt. Schwarzenberg sei nach Meinung der CSSD für die tschechisch-österreichischen Beziehungen nicht nützlich, berichtete die tschechischen Tageszeitung "Pravo".
Darabos hatte in einem Interview den geplanten US- Raketenschild in Tschechien und Polen als "Provokation" bezeichnet. Schwarzenberg verhalte sich so, "als ob er den Streit mit den Österreichern anziehen würde", meinte CSSD-Chef Paroubek. Auch nach Auffassung des außenpolitischen CSSD-Experten Zaoralek hat Schwarzenberg keinen positiven Einfluss auf die tschechisch- österreichischen Beziehungen. "Ich verstehe unseren Herrn Minister nicht, dass er mit einer besonderen Lust wiederholt unsere Nachbarn angreift", so Zaoralek.
Laut Zaoralek ist es "völlig logisch", dass die österreichische Seite auf die amerikanischen Pläne reagiert, weil es sich um eine Angelegenheit handele, die alle betreffe. Schwarzenberg hatte am Donnerstag die Kritik Darabos' wegen des amerikanisches Raketenschirms zurückgewiesen. In einem Rundfunkinterview hatte der Minister gesagt, Darabos sei ein "Mensch ausgesprochen pazifistischer Ausrichtung, was bestimmt lobenswürdig, allerdings bei einem Verteidigungsminister sonderbar ist".
Die tschechischen Sozialdemokraten und Kommunisten lehnen das US- Projekt ab und fordern eine Volksabstimmung dazu. Demgegenüber sind die Koalitionsparteien mit der Radaranlage im Prinzip einverstanden. Laut einer Umfrage sind 65 Prozent der Tschechen gegen den Radar, der auf dem Truppenübungsplatz Brdy südwestlich von Prag aufgestellt werden soll.
(apa/red)
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