Probleme bei Web-Telefonie via Skype:
Bis zu 90 Prozent der User offline gewesen
- Systemkollaps oder Hackerattacke ausgeschlossen
- Arbeiterkammer empfiehlt VoIP nicht in jedem Fall

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FORMAT: Telefonterror mit Viren, Hackern & Co.
Ein Großteil der weltweit 220 Millionen Kunden des Internettelefonie-Anbieters Skype ist mit massiven Problemen beim Einstieg in das System konfrontiert. Verantwortlich dafür sollen Software-Probleme sein, wie das Unternehmen in seinem Weblog schreibt. Das System sei aber weder zusammengebrochen, noch habe es eine Hackerattacke gegeben.
Zeitweise dürften bis zu 90 Prozent der Skype-Nutzer von den Schwierigkeiten betroffen gewesen sein, wobei die Zahl der eingeloggten User extreme Schwankungen aufwies. Kritik in Blogs und Foren kommt derzeit vor allem von Klein- und Mittelbetrieben (KMU), die auf die Zuverlässigkeit vertraut haben, und nun mit Problemen bei der Abwicklung ihrer Geschäfte konfrontiert sind. An der Behebung der Störung werde unter Hochdruck gearbeitet, so Skype. Möglicherweise könne das Problem aber auch länger andauern, sagte Skype-Sicherheitschef Kurt Sauer der "New York Times". Die Störung sei von einer einzigartigen Kette von Ereignissen verursacht worden, "und die genaue Entwicklung ist noch nicht völlig verstanden worden".
Ausmaß des Schadens noch unbekannt
Wie hoch der Image-Schaden ist, dürfte vor allem davon abhängen, wie schnell die Probleme gelöst werden können. Heftigen Unmut hat auch die Kommunikationspolitik des Unternehmens hervorgerufen. In den Startlöchern scharrt jedenfalls bereits die Konkurrenz: Zahlreiche Anbieter werben gezielt in Foren, um ihr Internettelefonie-Angebot zumindest als Zweitsystem in Stellung zu bringen.
Skype nicht mit VoIP gleichsetzbar
"Die Probleme bei Skype bedeuten nicht, dass die Technologie - also Voice over IP (VoIP) - schlecht ist. Ein Ausfall kann auch bei E-Mail-Diensten passieren", erklärte Philipp Graf, stellvertretender Geschäftsführer der Bundessparte Information und Consulting in der Wirtschafskammer Österreich, gegenüber der APA. Ob es vernünftig sei, den gesamten Kommunikationsverkehr über einen einzigen Anbieter abzuwickeln, wollte Graf nicht beurteilen. "Die Bedeutung der Kommunikation für das Geschäft muss jedes Unternehmen für sich selbst bestimmen. Wenn bei einem Dienstleister wie Skype öfter Schwierigkeiten auftreten, werden sich die Kunden abwenden", so Graf.
VoIP bedingt empfehlenswert
Laut einem Test der Arbeiterkammer halten sich bei der Internettelefonie die Vor- und Nachteile generell die Waage. Service- und Mehrwertnummern sind über das Web selten anwählbar, es gibt großteils ungünstige einminütige Verrechnungstakte und oft unübersichtliche Vorauszahlungen. Im Vergleich zum Festnetz sind Internetgespräche ins österreichische Festnetz zur Geschäftszeit und Auslandsanrufe im Durchschnitt allerdings billiger. Netzintern wird übrigens kostenlos geplaudert. (apa/red)
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