Mittwoch, 15. August 2007

Wasser-Domizile: Wohnen mit Tiefgang

Vor Japan gibt es sie bereits, vor Monaco sind sie in Planung – NEWS zeigt die schwimmenden Städte der Zukunft.

Kenzo Tange, Richard Buckminster Fuller und Hal Moggridge haben eines gemeinsam: Sie sind nicht nur Architekten von Weltruf – alle projektierten auch erste Entwürfe von einer Stadt im Meer. Bis Mitte der 70er-Jahre des vorigen Jahrhunderts galten sie als Utopen, Fantasten – ja schlichtweg als „Spinner“. Doch der japanische Architekt Kiyonori Kikutake belehrte Kritiker eines Besseren. Im Jahr 1975 verwirklichte er anlässlich der Internationalen Meeresausstellung in Okinawa die erste schwimmende Inselstadt „Aquapolis“. Damals diente das Vorzeigeprojekt als Freizeitpark, Hotel und Vergnügungsinsel. Heute ist das Meisterwerk zwar renovierungsbedürftig, aber noch lange nicht vergessen. Immerhin gilt die „Aquapolis“ nach wie vor als grandioser Vorstoß – vor allem im Städtebau.

Schwimmende Zukunft. Denn glaubt man den Prognosen, wird in spätestens zwei Jahren die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten leben. Bis 2050 sollen es sogar an die zwei Drittel – also sechs Milliarden Menschen – sein. Alternative Wohnformen sind also gefragt. Und was bietet sich hierfür Besseres an als Wohnanlagen auf dem Wasser. Die ersten Projekte laufen bereits. Bestes Beispiel: „Isula“, die schwimmende Stadt für Millionäre vor Monaco.

Was vor der Küste des Mittelmeerstaats erst in Planung ist, soll in der Bucht von Tokio mit dem Millennium Tower bereits 2009 Gestalt annehmen. Stararchitekt Sir Norman Foster erhielt den Auftrag zur Planung der rund 840 Meter hohen, vertikalen Stadt Anfang der 90er-Jahre. Rund 12.500 Quadratmeter Grundfläche und fast eine Million Quadratmeter Gesamtfläche sollen 50.000 Einwohnern eine neue Heimat und 17.000 Menschen einen neuen Arbeitsplatz ermöglichen. Der kegelförmig gebaute Turm ist in sieben Teile aufgeteilt. Dazu gehören unter anderem Einkaufszentren, Restaurants, Kinos, Konzerthallen sowie Hotels und Sportstätten, die nicht den Bewohnern der Insel vorbehalten sind, sondern auch zusätzlich Festlandbewohner in die Meeresstadt locken sollen. Doch damit nicht genug: In Japan plant man bereits weitere schwimmende Hochhäuser, die vier Kilometer in den Himmel ragen sollen.

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15.8.2007 17:06