Dienstag, 14. August 2007

Wasserdomizile: In Japan gibt es sie bereits in Monaco sind sie in Planung


Kenzo Tange, Richard Buckminster Fuller und Hal Moggride haben eines gemeinsam: Sie sind nicht nur Architekten von Weltruf - alle projektierten erste Entwürfe von einer Stadt im Meer. Bis Mitte der 70er Jahre des vorherigen Jahrhunderts galten sie als Utopen, Fantasten - ja schlichtweg “Spinner”. Doch der japanische Architekt Kiyonori Kikutake belehrte sie eines Besseren. Im Jahr 1975 verwirklichte er anlässlich der Internationalen Meeresausstellung in Okiwana die erste schwimmende Inselstadt “Aquapolis”. Damals diente das Vorzeigeprojekt als Freizeitpark und Hotel - quasi als Vergnügungsinsel. Heute ist das Meisterwerk zwar renovierungsbedürftig , aber noch lange nicht vergessen. Immerhin gilt die “Aquapolis” nach wie vor als grandioser Vorstoß - vor allem für die Städtebauentwicklung.

Schwimmende Zukunft. Denn: glaubt man den Prognosen, wird in spätestens zwei Jahren die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten leben. Bis 2050 sollen es sogar an die zwei Drittel - also sechs Milliarden Menschen - sein. Alternative Wohnformen sind also gefragt. Und was bietet sich hierfür Besseres an, als Wohnanlagen auf dem Wasser. Die ersten Projekte laufen bereits. Bestes Beispiel: Isula, die schwimmende Stadt vor Monaco.

Was vor der Küste des Mittelmeer-Staates erst in Planung ist, soll in der Bucht von Tokio mit dem Millennium Tower bereits 2009 Gestalt annehmen. Star-Architekt Sir Norman Foster erhielt den Auftrag zur Planung der rund 840 Meter hohen, vertikalen Stadt Anfang der 90er Jahre. Rund 12.500 Quadratmeter Grundfläche und fast eine Million Quadratmeter Gesamtfläche sollen 50.000 Einwohnern eine neue Heimat und 17.000 Menschen einen neuen Arbeitsplatz ermöglichen. Der kegelförmig gebaute Turm ist in sieben Teile aufgeteilt. Dazu gehören unter anderem Einkaufszentren, Restaurants, Kinos, Konzerthallen sowie Hotels und Sportstätten, die nicht nur den Bewohnern der Insel vorbehalten sind, sondern auch zusätzlich Festlandbewohner in die Meeresstadt locken sollen. Doch damit nicht genug. In Japan plant man bereits weitere schwimmende Hochhäuser, die vier Kilometer in den Himmel ragen sollen.


Eine Insel für die Oberen Zehntausend

Isula. Platzmangel für Millionäre in Monaco? Bald schon Vergangenheit?

Die insel der Milliardäre war bereits 1895 ein Traum des Autors Jules Verne. Mit dem Projekt “Isula” wird ein lang gehägter Traum möglicherweise bald Realität. Der Entwurf dafür stammt aus der Feder des französischen Architekten Jean-Paul Zoppini: Eine schwimmende Insel aus Stahlbeton, verankert auf dem Meeresboden. Sie soll ein exklusives Dozimil für die oberen Zehntausend werden. Und wo wäre wohl ein geeigneterer Ort, als direkt vor der Küste Monacos. Immer mehr Wohlhabende zieht es in den Klein-Staat am Mittelmeer - Platz ist allerdings Mangelware. Mit “Isula” sollen 4.000 Einwohner vor Monaco ein neues zuhause finden. Auf einem Durchmesser von rund 300 Metern sind Residenzen und Appartments, Hotels, Kinos, ein Yachthafen sowie diverse Sportanlagen als auch Bootsanleger geplant. Selbst an einen verglasten Unterwasserrundgang wird gedacht.


Links zum Thema:

Schwimmende Häuser aus Deutschland

Architekt Jean-Paul Zoppini (ISULA-Projekt, Monaco)

Architekt Kiyonori Kikutake

The Palm in Dubai

The World in Dubai

Sissi-Hotel auf der Austria-Insel in Dubai

Architekt Norman Foster (Millennium Tower, Tokio)

Animationen zu vergangenen und künftigen Fluten in den Niederlanden


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Quelle:
UNO

14.8.2007 17:25