Freitag, 17. August 2007

Spekulationen nehmen kein Ende: War es ein gewöhnlicher Unfall oder ein Komplott?

  • Laut Scotland-Yard-Bericht "gewöhnlicher Unfall"
  • Mohamed Al Fayed glaubt an kaltblütigen Mord

Verschwörungstheorien und Gerüchte um ein Mordkomplott wollen auch zehn Jahre nach dem Tod von Lady Di nicht verstummen. Es war ein "gewöhnlicher Verkehrsunfall" bei dem die damals 36-jährige Diana Spencer und ihren Freund Dodi Al Fayed am 31. August 1997 im Pariser Alma-Tunnel starben, so das Ergebnis des britischen Scotland-Yard-Berichts im Dezember 2006 nach knapp dreijährigen Ermittlungen. Zum gleichen Ergebnis kamen auch die französischen Behörden.

Spekulationen über ein mögliches Geheimdienst-Komplott nehmen dennoch kein Ende: Im Zentrum stehen dabei die Vorwürfe des ägyptischen Geschäftsmanns Mohammed Al Fayed, der davon überzeugt ist sein Sohn Dodi und die Ex-Frau von Thronfolger Prinz Charles seien ermordet worden.

Seit Jänner laufen neue Untersuchungen zum Tod der beiden. Al Fayed konnte bei einem Richtergremium bewirken, dass bei dem Verfahren Geschworene zugelassen werden. Für die Vorbereitungen wurden die Anhörungen nun bis Oktober für sechs Monate vertagt.

Bei dem Verfahren wird mit der öffentlichen Befragung von rund 40 Zeugen gerechnet. Aussagen sollen nach dem Wunsch Al Fayeds auch Prinz Charles und Prinz Philip, der Mann von Königin Elizabeth. Der seit Juni zuständige Lordrichter Scott Baker wies einen Antrag, laut dem die Queen und Philip befragt werden sollten, im Juli zurück. Die im Herbst startenden Anhörungen durch die Geschworenenjury dürften vier bis acht Monate dauern.

Gerüchte um Schwangerschaft
Die neuen Ermittlungen sollen sich unter anderem mit den Gerüchten um eine angebliche Schwangerschaft von Lady Di beschäftigen. Auch ihre eigenen Angaben, sie fürchte um ihr Leben, könnten zur Sprache kommen, hieß es im März in einem Brief der damaligen Untersuchungsrichterin Elizabeth Butler-Sloss. Die 73-Jährige, die als eine der herausragendsten britischen Juristen gilt, gab an ihr würde die Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Geschworenen fehlen. Der jetzt zuständige 69-jährige Lordrichter Scott Baker ist bereits der dritte Sonderrichter in den Ermittlungen rund um Dianas Tod.

Alle offiziellen Untersuchungen der britischen und französischen Justiz kamen bislang zu dem Schluss, dass die Prinzessin von Wales und ihr Geliebter Dodi einem Unfall zum Opfer fielen. Die Hauptschuld trägt demnach der Fahrer der Limousine, der Franzose Henri Paul, der bei dem Unglück selbst ums Leben kam. Er war laut Polizei zu schnell unterwegs und betrunken. In seinem Blut wurde ein Cocktail aus Alkohol und Medikamenten gefunden, der Wagen mit Diana krachte mit Tempo 105 gegen einen Tunnelpfeiler. Das Paar wurde von Paparazzi verfolgt.

(apa)

17.8.2007 16:07