Zehnter Todestag der "Prinzessin der Herzen": Interesse an Diana ist ungebrochen
- Glück einer intakten Familie blieb ihr immer verwehrt
- Prinzen organisieren Gedenkgottesdienst für Mutter

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Spekulationen um Dis Tod nehmen kein Ende
Vor zehn Jahren kam Lady Di bei einem Autounfall in einem Pariser Straßentunnel ums Leben. Das Interesse an der "Prinzessin der Herzen", die am 31. August 1997, von Paparazzi verfolgt, starb, ist nach wie vor ungebrochen. Rund 63.000 Menschen feierten die Ex-Frau von Thronfolger Prinz Charles am 1. Juli bei einem Gedenkkonzert mit Elton John und anderen Stars im Londoner Wembley-Stadion. Diana Spencer hätte an jenem Tag ihren 46. Geburtstag gefeiert.
Ihr Leben und ihr tragischer Tod werden die Leute immer faszinieren, so Prinz Harry im Juni in einem Interview. Das Interesse werde von vielen "unnötig" wach gehalten, betonte sein Bruder Prinz William. Die ständige Verfolgung durch Fotografen hatten ihrer Mutter ziemlich zugesetzt. Auch zehn Jahre nach ihrem Tod findet der Medienhype kein Ende: Im Juni sorgte die Veröffentlichung von Unfallfotos für Aufruhr im Königshaus. Im gleichen Monat erschien eine aufsehenerregende Biografie, die Lady Di neben ihrem Image als gütige Helferin auch als hinterhältige, rach- und mediensüchtige Frau darstellt.
Ehebruch und Scheidung in frühester Kindheit
Geboren wurde Diana Frances Spencer am 1. Juli 1961 als Tochter einer Adelsfamilie auf Gut Sandringham in Ostengland. Das Glück, in einer intakten Familie aufzuwachsen, blieb ihr verwehrt. Ehebruch und Scheidung waren Wörter, die sie schon früh kennenlernte. Dianas Beziehung zu ihrer Mutter war alles andere als herzlich, ihre Stiefmutter konnte die spätere Frau des Thronfolgers nie leiden. "Wir alle haben sie so gehasst, weil wir glaubten, dass sie uns Daddy wegnehmen würde", sagte Diana einst.
Diana bekam keine gute Ausbildung, in der Schule war sie nur mittelmäßig. "Dumm wie Bohnenstroh, das bin ich", soll sie oft über sich selbst gesagt haben. Diesen "Mangel" bügelte sie jedoch mit der Gabe aus, auf andere Menschen zuzugehen. Sie erkannte diejenigen mit sicherem Instinkt, die ihr weiterhalfen, und bezauberte vor allem Männer mit ihrem Charme und guten Aussehen. US-Star John Travolta, mit dem die Prinzessin einst im Weißen Haus einen flotten Tanz aufs Parkett legte, erinnert sich heute schwärmerisch, er habe sich damals "wie ein Frosch" gefühlt, der wachgeküsst wird.
Jungfrau für Charles gesucht
Auch einer der begehrtesten Junggesellen seiner Zeit geriet in die Fänge von Lady Di: Prinz Charles. Ob es letztlich Königin Elizabeth, die für den Thronfolger eine Jungfrau gesucht haben soll, oder andere Kräfte waren, die hinter der Ehe steckten, wird wohl für immer unklar bleiben. Fest steht, dass es nicht die große Liebe war, die die 20 Jahre alte Diana und den 13 Jahre älteren Charles im Juli 1981 vor den Altar brachte.
Trotz Märchenhochzeit stand die Beziehung unter einem schlechten Stern, auch die Geburt der Söhne William und Harry konnte daran nichts ändern. 1992 zerbrach die Ehe nach einem erbarmungslosen Rosenkrieg, der - zum Entsetzen des Königspalasts - in aller Öffentlichkeit ausgetragen wurde. Charles Langzeitaffäre mit Camilla Parker Bowles war dabei genauso Dauerthema der Schlagzeilen wie Dianas diverse Liebhaber vom Reitlehrer bis zum Leibwächter. In einem spektakulären Fernsehinterview enthüllte Diana selbst die Abgründe der "Ehe zu dritt", in Anspielung auf Camilla.
Immer neue Enthüllungen
Auch zehn Jahre nach ihrem Tod kommen immer weitere Details ans Licht. Wer denkt, er habe schon alles über Dianas Leben und Leiden erfahren, der irrt. Zwar weiß die Menschheit bereits, dass Diana einen pinkfarbenen Vibrator in ihrer Tasche mitführte, ihr Mann schlecht im Bett war und die eisige Kälte des Hofs Dianas Bulimie auslöste. Doch das Interesse an ihr scheint nie zu versiegen.
Für viele war sie der Gegenpol zu dem harten Regiment, das Königin Elizabeth II. führte, der Inbegriff von Wärme und Wohltätigkeit. Zeit ihres Lebens setzte sich Diana für die Armen und Kranken ein und hatte keinerlei Berührungsängste. Helfen war für sie auch Ersatz für die Liebe, nach der sie sich stets so gesehnt hatte.
Dauertrauer nach Dianas Tod
Dianas Tod versetzte das Land in eine Art Dauertrauer und löste Pilgerströme nach London und Althorp, wo Diana begraben liegt, aus. "Sie hat uns Gefühle gegeben", sagt eine Frau, die zum Kensington-Palast, Dianas damaligen Wohnsitz in London, gekommen ist, um "der Prinzessin nahe zu sein". Premierminister Tony Blair beschrieb es so: "Diana hat uns eine neue Art gelernt, Briten zu sein." Und sie "modernisierte" auf ihre Art die britische Monarchie. Selbst wenn es heute nicht mehr Massen sind, die Dianas Lebens- und Wirk-Stätten aufsuchen: Diana bleibt für immer die "Prinzessin des Volkes", wie Blair sie nannte.
Gedenkgottesdienst mit Queen
Queen Elizabeth II. will einem Zeitungsbericht zufolge an dem Gedenkgottesdienst zum 10. Todestag von Prinzessin Diana teilnehmen. Die Königin werde dafür extra von ihrem schottischen Ferienschloss Balmoral nach London reisen, berichtete die britische Zeitung "Daily Mail". Der Gottesdienst soll in der Kappelle der Wellington-Kaserne, unweit des Buckingham Palasts, stattfinden.
Die Gästeliste werde von Dianas Söhnen, den Prinzen William und Harry, erstellt, schrieb das Blatt weiter. Auch deren Stiefmutter Camilla soll eingeladen werden. Die Entscheidung der britischen Königin steht im Kontrast zum Todestag Dianas im Jahr 1997: Damals war die Queen zunächst nicht bereit, ihren traditionellen Sommeraufenthalt abzubrechen. Viel zu lange - so lautete seinerzeit der Vorwurf in britischen Medien - habe Elizabeth II. sich auf Schloss Balmoral in Schottland "versteckt", während in London Hunderttausende öffentlich um Diana trauerten.
Auch al-Fayed-Töchter eingeladen
William und Harry haben einem Zeitungsbericht zufolge auch die Schwestern von Dodi al Fayed zum Gedenkgottesdienst für ihre Mutter eingeladen. Camilla (21) und Jasmine (25) hätten eine Einladung in die Kapelle der Wellington-Kaserne anlässlich Dianas zehnten Todestages erhalten, berichtete die britische Zeitung "Daily Mirror".
Diana und ihr Freund Dodi al Fayed waren am 31. August 1997 bei einem Autounfall in Paris ums Leben gekommen. Dodis Vater, der ägyptische Kaufhaus-Millionär Mohamed al Fayed, behauptet seitdem, das Paar sei Opfer eines Mordkomplotts geworden.
Annäherung der Familien
Der Gedenkgottesdienst werde zwar für Diana sein, aber sie hätten es als angemessene Geste empfunden, auch die Schwestern von Dodi al Fayed einzuladen, berichtete das Blatt unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen aus dem Königshaus. Die Prinzen hegten keinen Groll. Camilla habe mit dem Segen ihres Vaters zugesagt. Mohammed al Fayeds Fehde sei gegen die Queen und Prinz Philip gerichtet, nicht gegen die Prinzen. In Kreisen des Königshauses werde die Geste als Annäherung der beiden Familien gedeutet.
Mohammed al Fayed, dem außer dem Londoner Nobelkaufhaus "Harrods" auch das "Ritz"-Hotel in Paris gehört, behauptet seit jeher, dass prominente Paar sei Opfer eines Mordkomplotts geworden, das Prinz Philip eingefädelt habe. Dagegen kamen alle offiziellen Ermittlungen zu dem Ergebnis, dass der Tod der beiden ein Unfall war. Der Fall beschäftigt auch nach zehn Jahren noch immer die Justiz.
(apa/red)
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