Donnerstag, 16. August 2007

Österreichs Forschung weit weg von Spitze:
Forscher zu selten in Fachjournalen zitiert

  • Zitate in Fachzeitschriften als Beurteilungskriterium
  • Analyse des Wissenschaftsfond: Ergebnis ernüchternd

Von der Politik wird für Österreichs Wissenschaft "Weltspitze" angestrebt, doch die österreichische Grundlagenforschung ist noch weit von diesem Ziel entfernt. Um zum Durchschnitt der Top- Fünf-Nationen aufzuschließen, müssten heimische Wissenschafter mehr als doppelt so oft in wissenschaftlichen Fachzeitschriften zitiert werden als es in den Jahren 1997 bis 2006 geschehen ist.

In der Analyse des Wissenschaftsfonds FWF über Publikationen und Zitierungen (Natur- und Sozialwissenschaften) im genannten Zeitraum werden die Zitations-Zahlen an der Einwohnerzahl gemessen und international verglichen. FWF-Präsident Christoph Kratky bezeichnete gegenüber der APA das Ergebnis als "sehr ernüchternden Befund".

Zitate in wissenschaftlichen Fachzeitschriften gelten - im Bereich Natur- und Sozialwissenschaften - als das wichtigste Kriterium zur Qualitätsbeurteilung von Wissenschaftern. Misst man die absolute Zahl der Publikationen und Zitationen (möglich ist das mit Hilfe des "ISI Web of Knowledge", das mehr als 8.000 wissenschaftliche Fachzeitschriften auswertet), liegen wenig überraschend die großen Nationen wie USA, Großbritannien, Deutschland, Japan oder Frankreich weit voran. Österreich rangiert hier auf Platz 22.

Weil ein Vergleich kleinerer Länder mit diesen Giganten hinkt, hat Falk Reckling vom FWF die Zitationen eines Landes in Relation zu seiner Bevölkerungszahl sowie zum Bruttoinlandsprodukt gesetzt - und zwar insgesamt sowie für einzelne Fachdisziplinen.

Dabei kristallisierte sich eine klare "Weltklasse" heraus - durchwegs kleinere Nationen, die von ihrer Einwohnerzahl und Wirtschaftsleistung durchaus mit Österreich vergleichbar sind. Über alle Disziplinen liegt die Schweiz mit 279 Zitierungen pro 1.000 Einwohner klar vor Schweden (208), Dänemark (186), Finnland (166) und den Niederlanden (155). Der für Österreich ermittelte Wert liegt hingegen nur bei 95 Zitationen.

(apa)

16.8.2007 12:39