Freitag, 17. August 2007

FORMAT - "Sparen hat immer mehr Charme": Das Sparbuch gilt als "sicherer Hafen"

  • Hohe Sparzinsen in Zeiten unsicherer Finanzmärkte
  • Im Fokus: Sparzinsen, Staats- und Wohnbauanleihen

Das Sparbuch dient mit hohen Zinsen als sicherer Hafen in der unsicheren Phase an den Finanzmärkten. Ausgewählte Anleihen und Fonds versprechen Extra-Renditen.

"Jean-Claude Trichet hat erst kürzlich klar betont, dass die Leitzinsen weiter steigen werden. Ich halte eine Verschiebung wegen der US-Immobilienkrise um einen Monat aber für möglich", erklärt Michael Rottmann, Leiter der Zins- und Währungsanalyse der UniCredit. Damit ist der Reigen der Zinserhöhungen wahrscheinlich aber noch nicht zu Ende. Tim Geissler, Chef für Anleihen bei der Raiffeisenlandesbank Wien-Niederösterreich: "Derzeit ist aber noch vollkommen unklar, wie viel Geld Banken, Versicherungen oder Fonds durch die Immobilienkrise in den USA tatsächlich verloren haben. Das Damoklesschwert wird daher noch einige Wochen über den Köpfen der Investoren schweben.

In diesem unbeständigen Umfeld rangiert Sicherheit bei der Geldanlage an erster Stelle. Dies umso mehr, da laut Zahlen der Oesterreichischen Nationalbank derzeit rund 44 Prozent des Geldvermögens privater Haushalte, das sich in Summe auf 406,6 Milliarden Euro beläuft, auf Bankkonten geparkt sind.

Stichwort Sparbuch
Derzeit zahlen manche Banken bereits für die dreijährige Bindung des Kapitals bis zu 4,5 Prozent Zinsen. Damit vermehren sich 10.000 Euro, die jetzt am Sparbuch geparkt werden, innerhalb der drei Jahre Laufzeit auf 11.412 Euro. Wem selbst die Bindung über diese 36 Monate noch zu lange ist, weil das Geld täglich verfügbar bleiben soll, der erhält bei einer niedrigeren Verzinsung bereits nach einem Jahr immerhin noch einige Hundert Euro an Zinsen am Sparbuch gutgeschrieben. Noch dazu steht eben die nächste Zinserhöhung an. Daher lohnt es sich jetzt, das Geld nicht mittelfristig zu binden, sondern auf die weitere Entwicklung bei den Zinsen auf täglich fällige Guthaben zu warten. Bei längeren Bindungsfristen kann man sich darüber hinaus mit einem variablen Zinssatz den Rücken frei halten.

Mit bis zu 3,85 Prozent am täglich fälligen Sparbuch sind die Turbulenzen an den Finanzmärkten elegant zu umschiffen. Wer jederzeit auf sein Vermögen zugreifen will, aber nur wenig Wert auf Beratung am Bankschalter legt, fährt gut mit einem Onlinekonto.

Staatsanleihen
Bei Staatsanleihen ist Zurückhaltung gefragt. Ausgewählte Fonds können aber Abhilfe schaffen. Im Bereich der Anleihen ist wiederum Vorsicht angebracht. Franz Wilhelm, Dachfonds-Chef bei C-Quadrat: "Der Rentenindex entwickelt sich negativ. Ich setze deswegen auf eine Absolute-Return-Strategie." Wie schlecht es derzeit im Anleihensektor tatsächlich läuft, bringt UniCredit-Experte Rottmann auf den Punkt: "Zehnjährige Staatsanleihen bringen schon jetzt nur unwesentlich mehr Ertrag als Geldmarktpapiere."

Wohnbauanleihen
Wohnbauanleihen decken die Bedürfnisse nach Sicherheit ab und sind bis zu einem jährlichen Ertrag von vier Prozent von der KESt. befreit. Mit Wohnbauanleihen sind derzeit wie im Fall des Papiers der Hypo Oberösterreich 4,34 Prozent Rendite möglich. Zusätzlich tun sich Steuervorteile auf, denn nur der über einer Jahresrendite von vier Prozent erzielte Ertrag unterliegt der KESt. Weiteres Steuerzuckerl: Der Ersterwerb der Wohnbauanleihe kann bis zu einem gewissen Betrag als Topf-Sonderausgabe abgesetzt werden.

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17.8.2007 14:07