Giftige Stoffe im Spielzeug entdeckt: Mattel mit größter Rückrufaktion seiner Geschichte
- Auch Produkte in Österreich sind davon betroffen
- Farbe von Spielzeugauto überschreitet Blei-Werte

Zum zweiten Mal innerhalb von knapp zwei Wochen hat der US-Spielwarenkonzern Mattel gesundheitsgefährdende Spielwaren zurückgerufen. Von der Aktion sind weltweit mehr als 18 Millionen Artikel, die in China produziert worden waren. Auch Österreich ist von der Rückrufaktion betroffen.
Zu den in Österreich betroffenen Artikeln zählen unter anderem ein Spielzeugauto aus dem "CARS"-Sortiment, dessen Lackierung unerlaubte Bleiwerte enthält. Vom Rückruf betroffen ist auch Magnetspielzeug aus verschiedenen Produktserien. Schon im November 2006 nahm Mattel Magnetspielzeug vom Markt, weil die kleinen Magnete für Kinder gefährlich sein könnten.
Die betreffenden Puppenfiguren gehören zu den Produktreihen "Polly Pocket" und "Doggie Day Care", außerdem ist ein Zubehörteil von "Barbie" betroffen, wie es in der Mitteilung hieß. Daraus könnten sich Magnete lösen, die von Kindern verschluckt werden könnten. Die Spielsachen wurden ab dem Jahr 2003 bis zum Jänner dieses Jahres produziert.
Blei steckt in der Farbe
Mattel hatte erst Anfang August rund eine Million in China gefertigter Spielwaren wegen eines zu hohen Bleigehalts in der Farbe zurückrufen müssen. Mattel sprach in diesem Fall von einer Gewinnbelastung von etwa 30 Millionen Dollar (22,1 Mio. Euro). Im Zusammenhang mit der Rückrufaktion beging ein Spielwarenproduzent in China offenbar Selbstmord.
Parallel zu der erneuten Rückrufaktion startete Mattel eine große Anzeigenkampagne in mehreren US-Zeitungen, in denen der Konzern um das Vertrauen der Kunden wirbt. Darin können besorgte Eltern auch Details zu den betroffenen Produkten sowie den Tauschbedingungen erfahren. An der Wall Street verloren Mattel-Aktien zeitweise bis zu sechs Prozent.
"Die Sicherheit von Kindern hat bei uns oberste Priorität und wir möchten uns bei allen Betroffenen vielmals entschuldigen", sagte Robert A. Eckert, Vorstandsvorsitzender von Mattel. Das Unternehmen verfüge über strenge Verfahren und man werde auch weiterhin wachsam und in der Umsetzung von Qualität und Sicherheit streng und unnachgiebig sein.
Härtere Gangart angekündigt
Angesichts der zunehmenden Sicherheitsprobleme mit Spielzeug aus China kündigte die Leiterin der US-Verbraucherschutzbehörde (CPSC) eine härtere Gangart an. "Wir führen seit einiger Zeit recht aggressive Gespräche mit der US-Spielzeugindustrie mit dem Ziel, chinesische Waren vor dem Import in die USA einheitlich zu testen", sagte Leiterin Nancy Nord. Sie hoffe, dass das System bald eingerichtet werden könne.
Die CPSC betonte, bisher sei niemand zu Schaden gekommen. "Die Bandbreite dieser Rückrufe ist bewusst groß, um jegliche Verletzungen zu verhindern", erklärte die Behörde in Washington. Allerdings ist seit 2003 laut Regierungsangaben mindestens ein Kind in den USA gestorben, nachdem es einen Magneten aus den betroffenen Spielzeugen verschluckt hatte. 19 weitere Kinder mussten sich Notoperationen unterziehen.
Die chinesischen Behörden wiederum bemühen sich zurzeit, mit schärferen Kontrollen und Vorschriften das Vertrauen der Verbraucher in chinesische Produkte zu stärken. 80 Prozent der weltweit verkauften Spielzeuge stammen aus China. (apa/red)

