Dienstag, 14. August 2007

Bald geht am Land die Post ab: 19 Dörfern blüht demnächst Schließung des Postamts!

  • 3 Monate für Alternativen - Gespräche mit Ortschefs
  • Lenken Bürgermeister nicht ein, gibt's Landzusteller
    DURCHKLICKEN: Diese Ortschaften sind betroffen!

Bei der Österreichischen Post stehen 19 Postämter vor der Schließung. Derzeit laufen Gespräche mit den Bürgermeistern der betroffenen Gemeinden. Kann keine Alternative in Form von Poststellen bei Lokalversorgern gefunden werden, dann bekommen diese Orte einen Landzusteller. Betroffen sind laut Post durch die Bank Ämter, die nur mehr mit einem Postler besetzt sind.

Die 19 betroffenen Poststellen sind Teil der 47 Postämter, die nach zähen Verhandlungen bei der letzten Schließungswelle doch nicht zugesperrt, sondern für zwei Jahre unter Beobachtung gestellt wurden. Am stärksten betroffen ist Kärnten, wo fünf der sechs unter Kontrolle gestandenen Ämter zusperren. In Salzburg werden alle vier der geprüften Poststellen dicht gemacht. In Oberösterreich vier von sechs, in Tirol zwei von vier, in der Steiermark zwei von sechs, in Vorarlberg zwei von drei. Nicht betroffen sind Wien, Niederösterreich und das Burgenland.

Die Post hat bereits Kontakt mit den Gemeinden aufgenommen und muss nun aufgrund der Universaldienstverordnung drei Monate gemeinsam mit den Bürgermeistern nach Alternativen wie Postpartner suchen. Gibt es keine Lösung, dann darf zugesperrt werden. Postler werden keine gekündigt, versicherte Post-Sprecher Michael Homola im Gespräch mit der APA.

Ämter nicht kostendeckend
Demnach seien die 19 Ämter bis heute nicht kostendeckend zu führen gewesen. Noch am 9. August 2007 meinte Post-Chef Anton Wais bei der Halbjahresbilanz des börsenotierten Unternehmens jedoch, dass über die 47 Postämter nicht nach Kostenfaktoren, sondern nach Wettbewerbsüberlegungen entschieden wird.

Die Post ist seit Ende Mai börsenotiert und hat kürzlich einen potenten Mitbewerber erhalten: Den deutschen Logistikanbieter Hermes, eine Tochter des Otto-Versankonzerns. Hermes startete heuer im Sommer nach Eigenangaben mit 1.200 Shops - in der Regel bei Nahversorgern und Tankstellen - österreichweit, dazu kamen noch 700 Zusteller. Noch hat die Post ein Monopol auf Briefe unter 50 Gramm, dieses könnte aber bereits 2009 fallen. Wahrscheinlicher ist aber eine Vollliberalisierung im Jahr 2012.

Die Post hatte vor den Schließungswellen nach dem Jahrtausendwechsel rund 2.300 Postämter, die um rund 1.000 reduziert wurden. Sie wurden entweder durch Postpartner bzw. Postservicestellen (in der Regel Nahversorger bzw. OMV-Tankstellen) oder Landzusteller ersetzt. Die Österreichische Post unterliegt der sogenannten "Universaldienstverordnung", das heißt, sie muss auch in Gebiete liefern, die sich nicht rechnen, wie etwa Bergbauernsiedlungen.

Zahl der Ämter und Mitarbeiter reduziert
Bei der Post hat sich aber nicht nur die Zahl der Postämter, sondern auch der Mitarbeiter reduziert. Alleine gegenüber dem ersten Halbjahr 2006 verringerte sich die Zahl um rund 450. Künftig sollen laut Post jährlich rund 400 Mitarbeiter gehen. Mittlerweile beschäftigt die Post ca. 23.500 Vollzeitarbeitskräfte.

Die Post hatte zuletzt durchwegs gute Halbjahreszahlen präsentiert. Umsatz und Gewinn waren um ein Drittel höher als im Vorjahreszeitraum, gleichzeitig expandierte die Post weiter in den angrenzenden Ländern. Für das Gesamtjahr kündigte die Post eine erhöhte Dividende an. Zuletzt lag sie bei 1 Euro pro Aktie.

51 Prozent der Post befinden sich noch im Staatsbesitz, der Rest wurde über die Wiener Börse verkauft. Gestartet ist die Aktie am 31. Mai 2007 mit 21,70 Euro, ihr All-Time-High erreichte sie am 9. November 2006 mit 39,50 Euro, derzeit hält sie bei 29,93 Euro. (apa/red)

14.8.2007 13:48