20.8.2007 10:52

Debüt für Harnik in Nationalmannschaft: Hickersberger holt U20-WM-Helden ins Team

  • Bremen-Legionär vs. Tschechien erstmals im Kader
  • Kapitän Andreas Ivanschitz fehlt verletzungsbedingt

Martin Harnik steht vor seinem Debüt in der österreichischen Nationalmannschaft. Der Stürmer von Werder Bremen wurde von Teamchef Josef Hickersberger für das EURO-Testspiel am Mittwoch im Wiener Happel-Stadion gegen Tschechien nominiert. Außerdem kehren Michael Mörz und Klaus Salmutter nach längerer Pause wieder in den 20-Mann-Kader zurück, dafür fehlt der verletzte Kapitän und Panathinaikos-Legionär Andreas Ivanschitz, der in Athen seine Knieblessur ausheilen lässt.

Harnik hatte zuletzt unter anderem mit starken Auftritten bei der U20-WM auf sich aufmerksam gemacht. "Aber nicht nur deswegen hat er die Einberufung verdient. Er hat auch für die Bremen-Amateure im Cup gegen Köln zwei wichtige Tore geschossen und zuletzt gegen Dinamo Zagreb 15 Minuten gespielt. Nicht viele Österreicher können von sich behaupten, in der dritten Quali-Runde der Champions League gespielt zu haben", erklärte Hickersberger.

Der Teamchef hält große Stücke auf den deutsch-österreichischen Doppelstaatsbürger, der theoretisch bis zu seinem 21. Geburtstag am 10. Juni 2008 noch zum deutschen Nationalteam wechseln könnte. Dies sei aber nicht der Grund für die Nominierung. "Ich habe ihn deshalb geholt, weil er ein Spieler mit großer Schnelligkeit und gutem Zug zum Tor ist. Solche Spieler braucht das Nationalteam."

EURO-2008-Teilnahme denkbar
Eine EURO-2008-Teilnahme des Sohnes eines Österreichers und einer Deutschen, der im Juni in Bremen einen Profi-Vertrag erhielt, ist durchaus denkbar. "Wenn er in der Kampfmannschaft von Bremen des Öfteren eingesetzt wird und bei den Amateuren regelmäßig spielt, wird er auch für die EURO ein Thema sein", meinte "Hicke".

Die Chancen auf einige Auftritte in der "Ersten" von Bremen stehen laut Hickersberger-Assistent Andreas Herzog, der nach wie vor gute Kontakte zu seinem Ex-Club Werder pflegt und mit Trainer Thomas Schaaf zuletzt über Harnik sprach, nicht schlecht. "Die Bremer planen mit ihm, er ist für die Zukunft ein interessanter Mann", meinte der ÖFB-Rekordspieler.

Sorgen wegen Macho
Ein anderer Deutschland-Legionär bereitet Hickersberger derzeit weit mehr Kopfzerbrechen. Jürgen Macho wurde zuletzt in Kaiserslautern zum Zweier-Goalie degradiert, steht aber dennoch im ÖFB-Kader. "Derzeit spielt seine Situation noch keine Rolle, denn er hat eine gute Vorbereitung gemacht und viel Spielpraxis bekommen." Für Macho und für alle anderen Team-Anwärter gilt aber, was Hickersberger schon seit seinem Amtsantritt betont. "Es steht fest, dass niemand eine EURO spielen kann, der ein halbes Jahr oder Jahr auf der Bank oder Tribüne sitzt."

Der Teamchef deutete an, dass Alexander Manninger im Tschechien-Spiel, für das bisher rund 14.500 Karten abgesetzt wurden, im Tor stehen könnte. "Zuletzt haben Payer und Macho gespielt, also wäre jetzt er an der Reihe." Außerdem dürfte der Niederösterreicher den Rückkehrer Mörz von Beginn an im zentralen offensiven Mittelfeld einsetzen. "Ich möchte sehen, wie er im Team auf diesem Posten zurecht kommt. In Mattersburg spielt er diese Rolle ausgezeichnet, im Team hat er diese Chance noch selten gehabt."

So wie Mörz hält Hickersberger auch Salmutter für einen "talentierten Spieler". Zwar sei der Sturm-Kicker nicht so dynamisch wie der Mattersburger, mit seinen starken Leistungen bei den Grazern hätte er sich die Einberufung aber verdient, so der Teamchef. Eine "Selbstverständlichkeit" war nach den Angaben des 59-Jährigen die Nominierung von Salmutters Vereinskollegen und U20-WM-Kapitän Sebastian Prödl.

Vier Innenverteidiger im Aufgebot
Neben dem Steirer stehen in Martin Stranzl, der gegen die Tschechen als Kapitän einläuft, Jürgen Patocka und Martin Hiden gleich vier Innenverteidiger im Aufgebot. "Aber es werden nur zwei von Beginn an spielen", verriet der Coach. Die Nominierung des 1,92 m großen Patocka erfolgte laut "Hicke" unter anderem im Hinblick auf den tschechischen Zwei-Meter-Sturmriesen Jan Koller.

Nicht nur Koller, auch Spieler wie Petr Cech (Chelsea) oder Tomas Rosicky (Arsenal) flößen Hickersberger Respekt ein. Der Niederösterreicher wies darauf hin, dass Tschechien seit der Trennung von der Slowakei in den 90er Jahren in der Weltrangliste immer unter den Top 15 platziert war und sogar zweimal an der zweiten Stelle rangierte. "Dennoch bin ich zuversichtlich. Wir haben auch gute Spieler im Kader, wollen das Match offenhalten und die Tschechen nicht nur fordern, sondern vielleicht auch besiegen."

Ähnliche Hoffnungen hegt auch Andi Herzog. "Tschechien ist eine Top-Mannschaft in Europa. Aber unsere Fans sind von den Erfolgen bei der U20-WM verwöhnt worden, und wir wollen diesen Ansprüchen gerecht werden. Wir müssen 90 Minuten lang mit Leidenschaft und Herz spielen", forderte der Teamchef-Assistent.

(apa/red)

20.8.2007 10:52
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