Freitag, 17. August 2007

Mattersburg & Ried wahren ihre Chancen: Ergebnisse lassen auf den Aufstieg hoffen

  • Basel: Schiri im Mittelpunkt der Mattersburger Kritik
  • Ried-Coach Kraft: 'Müssen Rückspiel schon gewinnen'

Das doppelte UEFA-Cup-Qualifikationsduell mit der Schweiz ist für den österreichischen Fußball mit einem Remis und einer Niederlage zu Ende gegangen. Der SV Mattersburg kämpfte im St. Jakob Park tapfer und verlor sein Zweitrunden-Hinspiel trotz mehr als 70-minütiger numerischer Unterlegenheit dank eines starken Robert Almer nur 1:2. Die klar unterlegenen Rieder kassierten im Heimspiel gegen den FC Sion hingegen erst in der 93. Minute den bitteren 1:1-Ausgleich.

Im Mittelpunkt der Mattersburger Kritik stand Schiedsrichter Ingvarsson. "Die Rote Karte war spielentscheidend. Elf gegen elf hätte ich mir gerne angeschaut", resümierte Mattersburg-Kapitän Dietmar Kühbauer. Mittelfeldspieler Cem Atan hatte nach seinem zweiten Foul bereits in der 17. Minute die Ampelkarte gesehen. "Das war eine Frechheit. Das erste Foul war keine Gelbe Karte, vor allem im Hinblick auf die erst dritte Spielminute. Bei der Zweiten wollte ich abbremsen, bin ausgerutscht und den Gegenspieler ist in mich hineingelaufen", bemerkte Atan.

Auch Coach Franz Lederer tat indirekt seinen Unmut über den Schiedsrichter kund. "Basel hatte einen starken zwölften Mann." Die 9.203 Fans im Stadion sorgten in der 38.500 Zuschauer fassenden Arena zwar für Stimmung, gemeint konnte er sie mit dem zwölften Mann aber nicht haben. Der Leistung seiner aufopfernd kämpfenden Truppe zollte der Coach des Bundesliga-Tabellenführers jedenfalls Tribut. "Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen, sie hat sich trotz der schweren Umstände gut präsentiert."

Besonders ins Rampenlicht spielte sich Goalie Almer mit tollen Reflexen. "Ich war bei einigen Situation gefordert. Wenn man als Tormann viel zu tun hat ist es immer leichter", so Almer, der die Burgenländer mehrmals vor einer höheren Niederlage bewahrte. Zu Beginn des Spieles hatte der 23-Jährige noch unsicher gewirkt. "Ich war in den vergangenen Spielen etwas unsicher. Aber dass ist so, wenn man als junger Goalie in der Bundesliga wenige Situationen zu bewältigen hat." Durch die starke zweite Hälfte hofft der Goalie, der von einem "Spiel seines Lebens" nichts wissen wollte, nun endgültig die nötige Sicherheit gefunden zu haben.

Seine Paraden werden auch im Rückspiel am 30. August (18:15 Uhr/live ORF 1) wichtig sein, um mit einem Sieg noch den Aufstieg zu fixieren. Die Vorzeichen stehen für die Mattersburger aber alles andere als gut. Zu Christian Fuchs und Adnan Mravac gesellten sich mit Akos Kovrig, Goce Sedloski und Atan drei weitere Gesperrte. Die Tatsache stieß Kühbauer sauer auf. "Es ist uns gegenüber unfair, dass wir die Gelben Karten aus der ersten Quali-Runde mitnehmen, während Basel erst in der zweiten Runde in den Bewerb eingestiegen ist."

Lederer wollte trotz der großen Personalproblematik, die zumindest die erhoffte Rückkehr von Alexander Pöllhuber etwas lindern könnte, von einer Vorentscheidung noch nichts wissen. "Die Ausgangsposition ist nicht so schlecht. Die Schweizer werden sich beim Rückspiel noch wundern, was da für eine Mattersburger Mannschaft auf dem Platz steht", erwähnte Lederer.

Sein Gegenüber Christian Gross freute sich zwar über den Sieg seiner Mannschaft, trauerte aber den vergebenen Chancen nach. "Es war ein gutes Spiel, wir haben unzählige Torchancen erarbeitet. Aber es fehlen uns zwei Tore." Der seit 1999 als Baseler Cheftrainer tätige Schweizer lobte vor allem den mit Abstand besten Mann am Platz, Carlitos, und sah die Ausgangslage weiter offen. "Wir sind fähig auch in Österreich ein Tor zu machen und hoffen am Ende eine Runde weiterzukommen."

Nach dem zweiten EURO-Duell in Ried wussten beide Teams nicht, ob sie sich über das 1:1-Remis freuen oder ärgern sollten. Ausgerechnet Torschütze Ernst Dospel verpatzte seiner über die gesamte Spielzeit unterlegenen Rieder Elf mit einem Blackout in der 93. Minute eine gute Ausgangslage für das Rückspiel in Genf. "Mit einem 1:0 hätten wir in Genf auf unsere Defensive hoffen können. Jetzt müssen wir im Rückspiel schon gewinnen, haben aber auch wenig zu verlieren", meinte ein etwas ratloser Ried-Trainer Helmut Kraft.

"Wir haben sie einfach zu viel spielen lassen. Das hätten wir vehementer verhindern müssen", analysierte der Tiroler, der Pechvogel Dospel keinen Vorwurf machte: "Er weiß selbst, dass er einen Fehler gemacht hat." Alberto Bigon, sein Pendant aufseiten Sions, wusste das Remis ebenfalls nicht so recht einzuschätzen: "Es ist schwer, eine Spielanalyse abzugeben. Wir hatten zahlreiche Torchancen, am Ende müssen wir Ried aber dafür danken, dass sie uns das Tor geschenkt haben."

Nicht leichter wird die Aufgabe für die Rieder am 30. August durch die Gelb-Sperren für Regisseur Drechsel und Pichorner. "Beide Spieler fallen natürlich sehr ins Gewicht, vor allem weil wir im Mittelfeld ohnehin Probleme haben. Nun auch noch ohne Drechsel zu spielen ist ein Riesenhandicap", meinte Kraft, der im Rückspiel auch weiter auf die verletzten Martinez und Kovacevic verzichten wird müssen.

(apa/red)

17.8.2007 14:44