IOC weitet Dopingkontrollen bei Olympia auf
4.500 aus: "Engmaschiges Netz ziehen"
- Zahl der Kontrollen in Athen lag nur bei 3.600
- "Nationale Empfindlichkeiten schrecken uns nicht ab"
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Das Internationale Olympische Comite (IOC) wird die Zahl der Dopingkontrollen bei den Sommerspielen 2008 in Peking deutlich ausweiten. "Die Zahl der Kontrollen wird von 3.600 in Athen auf 4.500 angehoben", kündigte IOC-Vizepräsident Thomas Bach in Frankfurt am Main an. Das IOC werde ein engmaschiges Netz ziehen und bei potenziellen Sündern für Unsicherheit sorgen. "Der Anti-Doping-Kampf wird bei den Sommerspielen eine herausgehobene Bedeutung haben. Wir werden auch vor nationalen Empfindlichkeiten nicht zurückschrecken", erklärte Bach.
Dies machte Richard Pound, Chef der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) bei einem Besuch in Peking deutlich. Pound forderte die Gastgeber auf, mit Blick auf die Olympischen Spiele 2008 mehr im Anti-Doping-Kampf zu tun. "Die Chinesen haben die Zahl der Doping-Kontrollen erhöht, aber sie machen nicht so viel wie sie vielleicht sollten", sagte Pound.
In diesem Jahr hat die Anti-Doping-Kommission des Nationalen Olympischen Comites in China 10.000 Tests vorgesehen, 1.000 mehr als 2006. Davon sind 70 Prozent Trainingskontrollen. "Ich denke, sie machen damit so viele Kontrollen wie die Australier", erklärte Pound, "dies sind nicht viele, wenn man die unterschiedliche Zahl der Einwohner nimmt." In Australien leben 20,5 Millionen Menschen, China ist ein Land mit 1,3 Milliarden.
Bach äußerte sich in Frankfurt zuversichtlich, dass sich die Chinesen der Brisanz des Themas bewusst sind. "Das Organisationskomitee hat verstanden, dass überragende Leistungen auf anderen Gebieten durch Dopingfälle überschattet würden. Und die Chinesen wollen glänzende Spiele veranstalten", sagte Bach. Das IOC werde in Peking verstärkt Zielkontrollen durchführen. Wie schon bei den vergangenen drei Olympischen Spielen sollen die Athleten im Unklaren darüber gelassen werden, welche Substanzen nachgewiesen werden können und welche nicht. "Das hat schon 2002 in Salt Lake City zum Erfolg geführt", sagte Bach.
Proben werden 8 Jahre eingefroren
Zudem werden die Dopingproben für acht Jahre eingefroren, um somit bei künftig verbesserten Nachweismethoden nachträglich Sünder überführen zu können. "Olympia ist das mit Abstand am engsten kontrollierte sportliche Großereignis. Wir können mit einem hohen Abschreckungsfaktor arbeiten und hoffen, dass die Hemmschwelle bei den Athleten sehr hoch sein wird", erklärte Bach.
WADA-Chef Pound will Mitte September noch einmal mit Spitzenvertretern des chinesischen Sports zusammentreffen, um Gespräche über eine Optimierung der Kontrollen zu führen. Dazu gehören auch etwaige Maßnahmen zum Verkauf von Doping-Produkten made in China im Internet. "China muss da noch ein paar Extra-Kilometer zurücklegen", forderte der Kanadier.
(apa/red)
