Loeb gegen Grönholm in Deutschland: Stohl
will nach Ausfall in Finnland Punkte holen
- Wiener musste sich erst mit Belag vertraut machen
- Baumschlager-Comeback nach fast 10 Jahren Pause

Für Titelverteidiger Sebastien Loeb aus Frankreich, der auf Citroen fünfmal en suite die Deutschland-Rallye gewonnen hat, geht es beim 10. Meisterschaftslauf des Jahres darum, den in der WM führenden finnischen Ford-Werkspiloten Marcus Grönholm um den Sieg herauszufordern. Für Manfred Stohl ist nach dem Ausfall in Finnland das Ziel zu sehen Voraussetzung und Punkte zu holen Pflicht. Im Raum Trier stehen von Freitag bis Sonntag 19 Sonderprüfungen auf dem Programm.
Das OMV Kronos Citroen World Rally Team schickt bei der ADAC Rallye Deutschland neben Manfred Stohl/Ilka Minor auch die Belgier Francois Duval/Patrick Pivato ins Rennen, die erstmals seit über eineinhalb Jahren ein Citroen Xsara WRC pilotieren.
Der Wiener Stohl musste sich bei Tests nach achtmonatiger Asphalt-Pause erst wieder mit diesem Belag vertraut machen: "Das Auto liegt gut und ich bin echt beeindruckt, wie schnell man damit auf Asphalt fahren kann. Zur Zeit ist Francois noch ein wenig schneller, doch er ist sicher einer der Schnellsten auf diesem Untergrund. Ich bin überzeugt, dass wir uns noch gewaltig steigern können und die kleinen Unsicherheiten, die die lange Pause mit sich bringt, ausbessern werden."
Ein Comeback in der WM feiert Raimund Baumschlager. Der fünffache Staatsmeister absolvierte am 24. November 1998 bei der RAC-Rallye in England seine bisher letzten SP-Kilometer, er schied nach Ansagefehler seines Copiloten im VW Golf nach einer Landung im Sumpf aus. In den deutschen Weinbergen hat er mit seinem BRR Mitsubishi Evo IX starke Konkurrenz in der Gruppe N. "Wir wollen gewinnen. Ich freue mich sehr auf die Rallye, weil ich auch nicht mehr damit gerechnet habe, als Fahrer bei einem WM-Lauf dabei zu sein."
Der dreifache Weltmeister Loeb aus dem nahen Elsass, der seit 2002 in seinem "Heimrennen" nicht geschlagen ist, will seine weiße Weste in Deutschland natürlich behalten. "Die Leute sehen mich als klaren Favoriten, aber es wird nicht leicht", sagte er. In der WM hat Grönholm 13 Punkte Vorsprung auf Loeb.
"Dieses Jahr will ich endlich hier gewinnen. Loeb ist der König von Deutschland - wenn ich ihn hier schlage, kann ich ihn überall schlagen", lautete die Herausforderung des Finnen, der "voll auf Angriff" fahren will. "Das ist eine der schwierigsten Rallyes in diesem Jahr, die Prüfungen sind nicht leicht, und das Wetter spielt eine große Rolle und ist unvorhersagbar", gab er allerdings zu bedenken.
(apa/red)
