Garcia gewinnt am Rettenbach-Ferner:
Voigt sensationell zweiter & weiter in Gelb
- Pfannberger wird 8. bei Königsetappe der D-Tour
- Für Glomser nach Rippenbruch nun endgültig Schluss
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Dort wo normalerweise die Skistars triumphieren, hat ein Spanier gewonnen. David Lopez Garcia vom Team Caisse D'Epargne sicherte sich die Königsetappe (156,6 Kilometer) der Rad-Deutschland-Tour 2007 mit Start im deutschen Sonthofen und Ziel am Rettenbachferner in Sölden. Der Deutsche Jens Voigt, der im Vorjahr diese Rundfahrt gewonnen hat, verteidigte als Sensationszweiter das Gelbe Trikot erfolgreich. Bester Österreicher war Christian Pfannberger vom Elk-Team als Achter.
Nach 141 Kilometern begann für eine dreizehnköpfige Spitzengruppe in Sölden erst so wichtig das Rennen. Von 1.351 Metern ging es in 15 Kilometern auf 2.670 Meter Höhe, die höchste Bergankunft dieses Jahres bei einem Pro-Tour-Rennen. Nach der Reihe fielen die Fahrer zurück und der Spanier David Garcia Lopez rettete schließlich zwölf Sekunden Vorsprung auf den deutschen Sensationsmann Jens Voigt vom dänischen Team CSC ins Ziel. Der junge Niederländer Robert Gesink (Rabobank) hatte als Dritter zwanzig Sekunden Rückstand.
Hervorragend schlug sich Pfannberger, der mit 1:10 Minuten Rückstand als Achter und damit bester Österreicher das Ziel erreichte und vollauf zufrieden war. "Es war nicht lustig, unter diesen Umständen muss ich voll zufrieden sein mit einem Top-Ten-Rang", sagte Pfannberger und bezog sich auf den im Vorfeld erfolgten Ausschluss seines Elk-Teams. Es sei eigentlich ein Ausscheidungsrennen gewesen. "Ich habe dann sicherlich davon profitiert, dass ich mit Levi Leipheimer zusammen ins Ziel kam. Aber das ist sicherlich einer der brutalsten Berge auf einer Pro-Tour, die Luft ist schon sehr dünn."
Für Pfannberger und seine Kollegen vom Elk-Team, das ursprünglich von der Tour ausgeladen worden war und nur dank dank einer Einstweiligen Verfügung an den Start gehen durfte, ist heute ein Lostag: Dann entscheidet in Gericht in Hamburg, ob das niederösterreichische Elk-Team weiterhin an der Deutschlandtour teilnehmen darf. "Ich bin aber zuversichtlich, dass wir weiterfahren", so Pfannberger. "Der Veranstalter will halt einfach nicht einsehen, dass er an dem ganzen Wickel schuld ist. Wir sollten ja nach der Dopingdiskussion in Deutschland das Bauernopfer abgeben." Das Gericht tritt Mittwoch um 14:00 Uhr und damit erst nach dem Start der sechsten Etappe mit Ziel in Kufstein zusammen.
Für Lokalmatador Thomas Rohregger lief es nicht nach Wunsch. "Ich hatte eine Darminfektion, hohes Fieber und musste Antibiotika nehmen", sagte der Tiroler. Bernhard Kohl musste in Sölden sogar fast sieben Minuten ausfassen, die er aber einfach wegsteckte: "Ich habe schon nach den ersten paar Tagen gespürt, dass es nicht so läuft wie bei der Tour. Es ist schon fünf Wochen her seit dem Tour-Start, solange die Top-Form zu halten ist nicht möglich. Der Gesamtsieg ist jetzt gegessen"
Für den Salzburger Gerrit Glomser, der auf der vierten Etappe schwer gestürzt war und sich u.a. einen Rippenbruch zugezogen hatte, war endgültig Schluss. Nach 96 Kilometern stieg der als "bandagierte Mumie" gestartete Volksbank-Fahrer vom Rad. "Mir war furchtbar übel und die Schmerzen, besonders im Brustkorb, waren zu groß. Das Rennen fortzusetzen hätte unter diesen Umständen keinen Sinn gemacht", bedauert der 32-Jährige, der aber bis zur WM in Stuttgart wieder fit sein will.
In der Gesamtwertung führt Voigt nun rund eine halbe Minute vor Lopez Garcia und über eine ganze vor Gesink. Am Mittwoch findet die sechste Etappe der Deutschlandtour komplett auf Tiroler Boden statt. Die Strecke führt von Längenfeld über 175 Kilometer nach Kufstein.
(apa/red)
