Wieder Panik nach Nachbeben in Peru: Anden-Staat kommt nicht mehr zur Ruhe
- Kirchen-Aufruf zu Ende von Gewalt und Chaos

·Peru: Truppen gegen Plünderer nach Beben
Gruppen überfallen Hilfs-
Lieferungen. Plus: Bilder
·BILDER: Schweres Erdbeben in Peru
Dramatische Lage in den betroffenen Regionen
·Peru: Priester
lebend geborgen
Hatte sich in Kirche an eine Säule geklammert
·Chronologie: Die schwersten Erdbeben
Folgenreichste Beben der vergangenen 50 Jahre
·Pazifischer Feuerring
"demonstiert Macht"
Vulkangürtel für viele Erdbeben verantwortlich
Ein starkes Nachbeben hat in Peru drei Tage nach einem verheerenden Erdbeben wieder Panik ausgelöst. Das neue Beben habe eine Stärke von 5,5 erreicht, berichteten Medien unter Berufung auf das Institut für Geophysik in Lima. Die Erdstöße sowohl in der Hauptstadt als auch im Katastrophengebiet etwa 300 Kilometer südlich von Lima zu spüren gewesen.
Die Menschen seien ins Freie gelaufen, viele hätten geschrien und geweint. Nennenswerte Schäden oder Verletzte habe es nach ersten Erkenntnissen nicht gegeben, hieß es. Ein Erdbeben der Stärke 8,0 hatte nach der bisherigen amtlichen Bilanz mindestens 496 Menschenleben gefordert.
Die Regierung von Präsident Garcia kündigte am Samstag die Entsendung von weiteren 2.000 Polizisten und 1.000 Soldaten in die vom Erdbeben am schwersten betroffenen Städte Ica, Pisco, Chincha und Canete an. Im Einsatz sind dort bereits 600 Polizisten und 400 Soldaten, die aber zahlreiche Plünderungen nicht verhindern konnten.
Kirchen-Aufruf zu Ende von Gewalt und Chaos
Zu einem Ende der Gewalt und des Chaos im Unglücksgebiet rief Perus Kardinal Juan Luis Cipriani auf. "Mein Aufruf ist klar und nachdrücklich. Plünderungen und Vandalismus dürfen nicht toleriert werden", sagte Cipriani. Solche Aktionen seien vor dem Hintergrund des Schmerzes in der Region noch schlimmer.
Zahlreiche aufgebrachte Opfer des Bebens klagten erneut gegenüber Medien, bisher sei kaum Hilfe geleistet worden. Eine Frau sagte dem Radiosender RPP, in Ica fehle alles, von Zelten über Trinkwasser bis hin zu Lebensmitteln. In Canete versicherte die Oppositionsabgeordnete Martha Moyano, sie habe persönlich von den Botschaftern von Südafrika und Venezuela Hilfszusagen erhalten, aber die Menschen bräuchten die Hilfe "jetzt und sofort". Der Staatspräsident bekräftigte dennoch, man werde streng gegen Plünderer vorgehen.
(apa/red)
