Extreme Wetterverhältnisse in den USA: Überschwemmungen und Hitze im Südwesten
- Warmes Kühlwasser stoppt Atomreaktor in Alabama
- Hurrikan "Dean" nähert sich den Karibik-Inseln
Der Hurrikan "Dean" hat schwere Schäden in der Karibik angerichtet und mindestens einen Menschen das Leben gekostet. Experten zufolge wird der Sturm der Kategorie drei zunehmend stärker und bedroht nun Jamaika und weitere Karibik-Staaten. Die extremen Wetterverhältnisse in den USA waren unterdessen für den Tod von mindestens 45 Menschen verantwortlich: Während im Süden und im Mittleren Westen eine Hitzewelle andauert, wurde Texas zum wiederholten Mal in diesem Sommer von Überschwemmungen heimgesucht.
Auf der Karibik-Insel St. Lucia ertrank ein 62-Jähriger infolge des Hurrikans "Dean". Er hatte versucht, eine Kuh aus den Fluten eines überbordenden Flusses zu retten. Auf der französischen Insel Martinique sowie auf St. Lucia riss "Dean", der erste Atlantik-Hurrikan dieser Saison, mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 160 Stundenkilometern Dächer ab, ließ Bäume umstürzen und sorgte für Stromausfälle. In Hotels mussten Urlauber sicherheitshalber meerseitig gelegene Zimmer verlassen.
Dean gewinnt weiter an Kraft
Auf seinem Weg über die warmen Gewässer der Karibik dürfte "Dean" weiter an Kraft gewinnen und zu einem Hurrikan der gefährlichen Kategorie vier hochgestuft werden, wie das Nationale Hurrikan-Zentrum in Miami mitteilte. "Dean" werde voraussichtlich am Sonntag Jamaika erreichen. Eine geringe Kursänderung könnte auch die Dominikanische Republik und Haiti gefährden. Am Dienstag soll der Sturm die mexikanische Halbinsel Yucatán erreichen, um dann seinen Kurs durch den Golf von Mexiko in Richtung USA fortzusetzen.
Alabama: Abschaltung eines Atomreaktors
Extreme Hitze führte in Alabama zur Abschaltung eines Atomreaktors. Einer von drei Reaktorblöcken des AKW Browns Ferry wurde am Donnerstag vom Netz genommen, weil das aus dem Fluss Tennessee entnommene Kühlwasser mit 32,2 Grad zu warm war. Es sei das erste Mal, dass der Betrieb aus diesem Grund beeinträchtigt werde, teilte die Betreibergesellschaft mit.
41 Tote durch Hitzewelle
Der Hitzewelle fielen nach Angaben der Behörden im Mittleren Westen bisher mindestens 41 Menschen zum Opfer. Allein in Memphis im US-Staat Tennessee wurden acht Hitzetote registriert. Das Gesundheitsministerium von Missouri meldete neun Hitzetote. Acht waren es in Illinois und jeweils vier in Georgia und in Arkansas. Dort erreichte die Temperatur am Donnerstag 44 Grad Celsius.
Texas: Aufräumarbeiten im Gange
In Texas waren die Aufräumarbeiten nach den Überflutungen, die von Ausläufern des tropischen Sturms "Erin" ausgelöst worden waren, in vollem Gang. Betroffen war vor allem die Umgebung von Houston und San Antonio. Mindestens vier Bewohner kamen nach Angaben der Behörden ums Leben. Einer von ihnen ertrank in San Antonio, als er aus seinem Auto steigen wollte und von den Fluten davongerissen wurde, zwei kamen beim Einsturz eines Daches ums Leben. Ein vierter Mann ertrank, nachdem er mit seinem Lastwagen in ein Auffangbecken gefahren war. Drei Menschen galten am Freitag noch als vermisst.
Seit Mitte Juni gab es in Texas sowie in Teilen von Oklahoma und Kansas immer wieder Überschwemmungen, bei denen mindestens 22 Menschen starben. In der Region wird nun befürchtet, dass Hurrikan "Dean" im Laufe der nächsten Woche kommt - und damit noch mehr Regen zu befürchten wäre.
Shell evakuierte in dieser Woche wegen "Erin" 188 Arbeiter von Anlagen im Meer und erklärte, nun beobachte man sehr aufmerksam den Weg von "Dean". Auch die Firma Transocean zog vorsichtshalber elf Mitarbeiter aus dem Golf von Mexiko, 260 Kilometer südöstlich von New Orleans, ab. Hurrikan "Dean" könnte die Ölplattformen im Golf von Mexiko ebenfalls bedrohen.
(apa/red)
