Verheerende Attentate im Irak: 250 Tote
bei koordinierten Selbstmordanschlägen!
- Rund 400 Verletzte. Anschläge zeitlich abgestimmt
- Attentate in Wohnvierteln der Yazidi-Sekte verübt
Bei einer der schwersten Anschlagsserien im Irak seit dem Sturz des Regimes von Diktator Saddam Hussein im Jahr 2003 sind in der Ortschaft Sinjar bei der Stadt Mossul mindestens 250 Menschen getötet worden. Der Sprecher der 3. Division der irakischen Armee, Hauptmann Mohammed al-Obaidi, sagte etwa 400 weitere Iraker seien bei der Bombenserie am Vorabend in Sinjar verletzt worden. Die USA haben das islamistische Terrornetzwerk Al-Kaida als Drahtzieher der Bluttaten im Visier.
Bei den Opfern der Anschlagserie in einem Wohnviertel handelt es sich hauptsächlich um Angehörige der jesidischen Glaubensrichtung, die älter ist als der Islam. Von vielen Muslimen werden die Jesiden abgelehnt und als "Teufelsanbeter" beschimpft. In der Region rund um die Stadt Mossul war es wiederholt zu Spannungen zwischen Jesiden und sunnitischen Muslimen gekommen.
Diese hatten sich noch verschärft, nachdem im vergangenen April im Nordirak ein 17 Jahre altes jesidisches Mädchen von ihrem Clan zu Tode gesteinigt worden war, weil sie sich angeblich in einen sunnitischen Muslim verliebt hatte.
"Wir sehen derzeit die Al-Kaida als Hauptverdächtigen", sagte US-Armeesprecher Christopher Garver am Mittwoch. Nach den koordinierten Anschlägen auf die religiöse Minderheit sei es zwar noch zu früh, um die Täter eindeutig zu identifizieren. Die Vorbereitung und das Ausmaß der mit Tanklastern ausgeführten Anschlagsserie nahe der Grenze zu Syrien trage aber eindeutig die Handschrift der sunnitischen Al-Kaida.
Bei den bis zu fünf gleichzeitig verübten Attentaten westlich von Mossul stürzten etwa 30 Häuser ein. Der Bürgermeister von Sinjar, Dhakil Kassim, sagte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, viele Menschen seien noch unter Trümmern eingeschlossen, weshalb die Zahl der Opfer weiter steigen könnte. Die Behörden erließen eine Ausgangssperre für das Gebiet im Nordwesten des Irak. (apa/red)
