Dienstag, 14. August 2007

Bitterer Ausgang für friedliche Demo: Zwölf libyschen Demonstranten droht Todesstrafe!

  • Zwei weitere Männer sind spurlos verschwunden
  • HRW: Libyen tritt Menschenrechte mit den Füßen

In Libyen droht zwölf Männern die Todesstrafe, weil sie im Februar zu einer friedlichen Demonstration aufgerufen hatten. Einer von ihnen ist ein dänischer Staatsbürger, berichtete die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW). Zwei weitere Männer, die an der Organisation der Kundgebung beteiligt waren, seien nach ihrer Festnahme spurlos verschwunden. Der Fall zeige, dass Libyen die Menschenrechte auch nach der Freigabe der fünf bulgarischen Krankenschwestern und eines palästinensischen Arztes noch mit Füßen trete, erklärte die zuständige HRW-Direktorin Sarah Leah Whitson.

"Regierungen und Firmen sollten Libyen nicht umarmen, nur weil es unrechtmäßig eingesperrte Menschen endlich wieder freigelassen hat", warnte Whitson unter Bezug auf das Atomgeschäft zwischen Frankreich und Libyen. Paris hatte mit Tripolis unmittelbar nach der Freigabe der Gefangenen Verträge über hunderte Millionen Dollar abgeschlossen. Die Krankenschwestern waren angeklagt, libysche Kinder mit dem Aidsvirus HIV infiziert zu haben, und verbrachten acht Jahre hinter Gittern. Auch ihnen drohte die Todesstrafe.

Human Rights Watch hat den Fall der 14 Männer nach eigenen Angaben zufolge genau untersucht. Die Männer werden beschuldigt, den Sturz der Regierung in Tripolis geplant, Waffen besessen und mit dem Vertreter eines fremden Landes gesprochen zu haben. Einige der Gefangenen geben zu, einen Beamten der US-Botschaft in Tripolis über ihre Demonstration informiert zu haben. Darüber hinaus hätten sie aber weder ihre Regierung stürzen noch zu Gewalt aufrufen wollen. Vielmehr hätten sie des Jahrestages einer Demonstration vor der italienischen Botschaft in Tripolis im Februar 2006 gedenken wollen. Mit jener Kundgebung hatten libysche Muslime gegen Roms Zustimmung zu den umstrittenen Mohammed-Karikaturen in dänischen Zeitungen protestiert, erläutert HRW. (apa)

14.8.2007 20:52