Dienstag, 14. August 2007

Nach 27 Jahren Unklarheit: Iran und Irak sprechen über Verlauf gemeinsamer Grenze

  • Grenze im Mündungsgebiet des Shatt al Arab strittig
  • Verlauf wurde im Vertrag von Algier 1975 festgelegt

Erstmals seit 27 Jahren haben der Iran und der Irak wieder über Fragen der gemeinsamen Grenze gesprochen. Wie das staatliche Fernsehen berichtete, ging es bei dem Treffen zweier Unterhändler in Teheran um die im irakisch-iranischen Krieg in den 80er Jahren zerstörten Grenzanlagen und um den Schmuggel von Waffen und Alkohol über den Shatt al-Arab (auf Farsi: Arvand Rud). Dort ist auch der Verlauf der Grenze umstritten.

Im Mündungsgebiet des Flusses im Persischen Golf waren im März 15 britische Marinesoldaten von der iranischen Marine festgesetzt worden. Nach britischer Darstellung ereignete sich der Vorfall in irakischen Gewässern.

Im Vertrag von Algier wurde 1975 festgelegt, dass die Grenze im so genannten Talweg des Shatt al-Arab verläuft. Das ist eine Linie, die nicht einfach der Flussmitte folgt, sondern den tiefsten Stellen der Fahrrinne. Im September 1980, kurz vor dem Ausbruch des Krieges mit dem Iran, annullierte der irakische Machthaber Saddam Hussein dieses Abkommen. Seitdem fehlt eine von beiden Seiten akzeptierte Vereinbarung, an der auch die ins Seegebiet reichende Grenze anknüpfen könnte.

(apa)

14.8.2007 16:18