Dienstag, 14. August 2007

Israel greift im Gaza-Streifen hart durch: Mindestens vier Tote bei Militäreinsatz

  • Neben Terroristen traf es auch Mutter und Zivilisten

Bei einem israelischen Militäreinsatz im Gaza-Streifen sind mindestens vier Palästinenser getötet worden. 13 Palästinenser wurden nach Angaben von Sicherheitskräften und Ärzten verletzt. Zunächst war von einem Toten und zwei Verletzten berichtet worden. Laut den Angaben starben ein Mitglied der "Brigaden Ezzedin al-Kassam" und dessen Mutter bei einem Luftangriff auf das Wohnhaus. Die Brigaden sind der militärische Arm der im Gaza-Streifen herrschenden Hamas. Zuvor hätten die israelischen Soldaten einen Zivilisten sowie ein weiteres Hamas-Mitglied getötet, hieß es.

Zur Unterstützung der israelischen Bodentruppen wurde in der Nähe der Stadt Khan Younis auch die Luftwaffe eingesetzt, wie ein israelischer Militärsprecher mitteilte. Ein palästinensischer Zivilist, der die israelische Militäraktion von einem Hausdach aus beobachtete, wurde von israelischen Scharfschützen erschossen, berichteten Augenzeugen. Das israelische Militär setzte außer Panzern auch Hubschrauber und unbemannte Flugzeuge, sogenannte Drohnen, ein.

Am Vortag hatte sich nach dem italienischen Ministerpräsidenten Romano Prodi auch der außenpolitische Ausschuss des britischen Unterhauses gegen die internationale Isolierung der Hamas gewandt. Die Vereinten Nationen befürchten bei einer weiteren Isolierung des Gaza-Streifens den völligen wirtschaftlichen Kollaps des Gebiets mit seinen 1,5 Millionen Einwohnern. Nach der gewaltsamen Hamas-Machtübernahme im Juni und der Verdrängung seiner Fatah hatte der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas die Regierung der nationalen Einheit aufgelöst und im Westjordanland ein Notstandskabinett eingesetzt. Zuvor hatten rund 300 Hamas-Gegner im Gaza-Streifen demonstriert. (APA/red)

14.8.2007 09:10