Steirer verkaufte Frauen an Bordelle: Bei Widersetzen Prügel und 1000 "Geldstrafe"
- Ermittlungen gegen Täter wegen Suchtgifthandels
- Wegen Menschenhandels zu 28 Monaten verurteilt
Beamte des steirischen Landeskriminalamtes haben in den vergangenen Monaten einen internationalen Menschenhändlerring zerschlagen. Die Serie von Festnahmen hatte bereits im August 2006 begonnen, nun wurden vor einigen Tagen die letzten Verdächtigen der Gruppe arretiert. Zehn Personen, darunter ein obersteirischer Bordellbetreiber wurden wegen Bildung einer krimineller Vereinigung, Nötigung, Urkundenfälschung, gefährlicher Drohung, Körperverletzung, Betrug und Hausfriedensbruch in Haft genommen.
Der 43-jährige gebürtige Vasoldsberger (Bezirk Graz-Umgebung), der ein Bordell im obersteirischen Veitsch betrieb, soll 18 moldawische Frauen gegen Bezahlung nach Italien verkauft haben. Laut Exekutive fungierte er dabei als Bindeglied einer kriminellen Organisation. Auch sein Etablissement versorgte er mit Frauen aus Ungarn und der Slowakei. Unterstützt wurde er bei seinem Machenschaften von einer 29-jährigen slowakischen Prostituierten sowie von zwei 31-jährigen Ungarn und einem 23-jährigem slowakischen Staatsbürger.
Frauen-Beschaffung kostete 500 Euro
Jeweils rund 500 Euro zahlte der Bordellbetreiber für die Beschaffung der Frauen. Widersetzten sie sich, wurden sie körperlich misshandelt oder mit einer "Geldstrafe" von 1.000 Euro belegt, wenn sie das Bordell unerlaubt verließen. Ihre "Arbeitstagsprämie" betrug rund 20 Euro, so die Polizei. Zwangsweise wurden die Frauen von Schlägern auch nach Italien gebracht und dort zur Arbeit als Prostituierte gezwungen.
Polizei nahm auch Komplizen fest
Im Zuge von Ermittlungen im Suchtgiftmilieu stießen Kriminalisten auf den Namen des 43-Jährigen. Dieser wurde beobachtet, dann schlugen die Polizisten zu: Zuerst nahmen die Ermittler den 43-Jährigen sowie den Slowaken fest, danach folgten beim Grenzübergang Nickelsdorf die beiden Ungarn. Die Slowakin wurde schon Anfang Jänner nach einem EU-weiten Haftbefehl in ihrer Heimat festgenommen und an die österreichischen Behörden ausgeliefert. Weitere Komplizen der mutmaßlichen Täter wurden vorläufig festgenommen. Darunter sind drei Steirer im Alter von 30, 40 und 51 Jahren sowie ein 34-jähriger und 40-jähriger Kosovo-Albaner. Begonnen hatte die Serie von Festnahmen bereits im August des Vorjahres.
Untersuchungen gegen den 43-jährigen Bordellbesitzer wegen Drogenhandels, den er als Gegengeschäft zum Frauenhandel in Italien führte, sind noch nicht abgeschlossen. Der Mann wurde mittlerweile aber vom Landesgericht Leoben wegen Menschenhandels zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 28 Monaten verurteilt, so die Exekutive.
(apa/red)
