Gewerkschaft in der Krise: Vertrauen in Neugebauer, Hundstorfer & Co. am Tiefstand
- Beamten-Gewerkschaftler stürzt auf letzten Platz ab
- Österreicher zeigen sich von ÖGB-Reform enttäuscht
Der APA/OGM-Vertrauensindex für die Sozialpartner kennt diesmal einen eindeutigen Verlierer. Der Chef der Beamten- Gewerkschaft Neugebauer fällt vom zweiten Platz beim letzten Ranking im November 2006 auf den letzten Rang zurück. Unverändert klar beliebtester Vertreter der Sozialpartnerschaft ist Wirtschaftskammer- Präsident Leitl.
Der VP-Politiker kann zwar seinen Top-Wert von plus 39 aus der letzten Vergleichsumfrage nicht halten, weist mit plus 32 aber noch immer einen beruhigen Vorsprung auf die Konkurrenz auf. Ihm noch am nächsten kommt trotz ebenfalls starker Einbußen (minus 10 Punkte) der Vorsitzende der sozialdemokratischen Gewerkschafter Haberzettl mit plus 9.
Eher trostlos ist derzeit die Lage für ÖGB-Präsident Hundstorfer, der einen Wert von 0 ausweist (minus 10). Skeptiker und Befürworter halten sich also die Waage. Von den sozialdemokratischen Gewerkschaftern schneidet nur Vida-Chef Kaske (minus 1) schlechter ab. Zu letzterem haben freilich nur neun Prozent der Befragten überhaupt eine Meinung.
Ganz am Ende findet sich diesmal ein Christ-Gewerkschafter. Beamten-Chef Neugebauer hat einen sagenhaften Absturz von 21 Punkten hinter sich und rangiert damit bei minus 4. Dafür verantwortlich sein dürfte freilich weniger sein Wirken in der Gewerkschaft als seine umstrittene Rolle als VP-Bildungssprecher.
OGM-Experte Bachmayer begründet diese Entwicklung damit, dass es den Sozialpartnern bisher nicht gelungen sei, sich vom Streit geprägten Erscheinungsbild der Regierung positiv abzuheben. Der Vertrauensverlust in Spitzengewerkschafter wie Hundstorfer sei einerseits mit der bisher eher enttäuschenden Reformfunktion im ÖGB zu erklären, andererseits mit dem Bawag-Prozess, der den ÖGB insgesamt neuerlich überschatte. (apa/red)
