Donnerstag, 16. August 2007

Geht Westenthaler wieder in Polit-Pension? Heute gibt BZÖ-Chef Entscheidung bekannt!

  • Neues Zeitungsinserat: War Ankündigung PR-Trick?
  • Alle 9 Landeschefs stellen sich hinter Westenthaler
    Über 80% der Networld-User stimmen für Rücktritt

Heute ist es soweit: Peter Westenthaler will im ORF-Sommergespräch verkünden, ob er in Polit-Pension geht oder weiter an der BZÖ-Spitze bleibt. Das Spektakel um die vermeintliche Rücktrittslust deutet aber immer mehr auf eine PR-Aktion seitens der Orangen hin. Dieser Schuss könnte aber auch nach hinten losgehen. Über 80% der Networld-User sind für einen Rücktritt von Westenthaler.

Schon seit Tagen versucht das Bündnis, das Interesse der Öffentlichkeit auf den Auftritt des BZÖ-Obmanns im ORF-Sommergespräch zu lenken, will er doch erst dort seine Zukunftspläne bekannt geben. Nun legt man sogar in einer bezahlten Anzeige in der "Kronen Zeitung" nach. "Peter Westenthaler spricht KLARTEXT" - "Schauen Sie sich das an!", wirbt das Bündnis auf Seite 3 für das "Sommergespräch", das um 21.20 Uhr auf ORF 2 ausgestrahlt wird, wie das BZÖ ebenfalls noch anmerkt.

Dass Wesenthaler angesichts dieser PR-Offensive tatsächlich zurücktritt, gilt auch unter Parteifreunden als wenig wahrscheinlich.

Alle Landesobleute stehen hinter Westenthaler
Alle neun BZÖ-Landesobleute haben Bundesparteichef Peter Westenthaler zum Bleiben aufgefordert. In einer gemeinsamen Erklärung appellierten sie an ihn, "seinen Einsatz an der Spitze des BZÖ gegen den rot-schwarzen Proporz, Privilegien und Postenschacher fortzusetzen".

Die Landesparteichefs zeigen darin "vollstes Verständnis" für die öffentlich angestellten Rücktrittsüberlegungen Westenthalers und die von ihm angeführte Niveaulosigkeit der Politik als Grund dafür. Der Bündnisobmann spreche "hunderttausenden Menschen aus der Seele, die sich tagtäglich zur Recht von der derzeitigen Verantwortungslosigkeit der herrschenden Politik angewidert fühlen. Gerade seine öffentliche Diskussion - die sehr viel Mut abverlangt - ist gut und recht, weil sie ein Umdenken in der Politik hervorrufen könnte. Gerade deswegen muss sich aber Peter Westenthaler auch der Aufgabe stellen und gemeinsam mit uns allen für eine ehrlichere, anständigere und sozialere Politik in unserem Land kämpfen", heißt es in der gemeinsamen Erklärung der neun Landesobleute.

Bröckelnde Unterstützung gekittet
Damit haben sich die Landesparteien nun doch hinter ihrem Bündnisobmann geschart, nachdem zuletzt die Unterstützung bereits zu bröckeln begonnen hatte. So hatte der stellvertretende Tiroler Bündnisobmann Klaus Wittauer gemeint, "das BZÖ soll niemanden halten, der nicht mehr glücklich ist." Mit der Devise "Nicht ankündigen, sondern umsetzen", hatte Wittauer dem Bündnischef schon den Rücktritt nahegelegt. Der burgenländische BZÖ-Chef Karl Schweitzer hatte es für gescheit gehalten, "wenn alle, so lange sie wollen, arbeiten. Wenn sie nicht mehr wollen, dann sollen sie's lassen." Und der niederösterreichische BZÖ-Landessprecher Thomas Bauer hatte gemeint: "Wenn er es ernst meint, dann soll er gehen", wenn nicht, so solle er dies revidieren."

Seine Entscheidung bekannt geben will Westenthaler voraussichtlich im ORF-Sommergespräch. Davor war er zu einem Gespräch mit Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider, dem geschäftsführenden Landesparteiobmann Stefan Petzner und Generalsekretär Gerald Grosz nach Kärnten gereist. Alle Beteiligten haben jedoch bis zum Freitag Stillschweigen vereinbart. (apa/red)

16.8.2007 20:41