Tragödie in Flüchtlingslager Bad Kreuzen: Schwangere Asylantin innerlich verblutet!
- Aorta-Riss wie bei Prokop. Rettungskette war intakt
Das Bekanntwerden des Todes einer Asylwerberin ließ die Erinnerung an das plötzliche Ableben von Innenministerin Liese Prokop zum Jahreswechsel wach werden. Die Asylwerberin hatte laut Obduktionsbericht des Krankenhauses Amstetten einen Aorta-Riss erlitten und war nach Einschätzen der Ärzten nicht mehr zu retten gewesen - wie Prokop. Bei ihr hatten die Ärzte von einem "schicksalhaften Verlauf" gesprochen.
Zur Entgegnung von Vorwürfen, der 40-jährigen Asylwerberin aus Inguschetien wäre nicht rechtzeitig geholfen worden, legten nicht nur das Rote Kreuz Oberösterreich, sondern später auch die für das betroffene Flüchtlingslager tätige Betreuungsorganisation "European Homecare", minuziöse Protokolle über das Geschehen vor, die sich weitgehend decken.
Demnach sei Sonntagabend der zuständige Betreuer an Ort und Stelle von den Kindern der schwangeren Flüchtlingsfrau über "Probleme" informiert worden. Kurz davor war sie noch auf einer Parkbank sitzend und mit Freundinnen im Gespräch gesehen worden. Unmittelbar nach dem Hilferuf hat der Betreuer die Rettung verständigt und zusätzlich noch den Hausarzt gerufen. Beide waren innerhalb weniger Minuten an Ort und Stelle.
Nach dem Eintreffen des Rettungswagens wurde auch noch der Notarzt angefordert. Auf dem Transport ins Krankenhaus mussten die beiden Ärzte Reanimationsversuche vornehmen. Die Frau starb auf dem Weg ins Krankenhaus Amstetten. Auch ihr Kind war nicht mehr zu retten, weil durch das multiple Organversagen alle "Versorgungsschienen" unterbunden worden waren.
Vor Bekanntwerden dieser Details haben "SOS Mitmensch", die Menschenrechtssprecherin der Grünen Brigid Weinzinger und die Menschenrechtsorganisation amnesty international (ai) behördliche Untersuchungen gefordert.
Recherchen bei Primar Albert Reiter vom Krankenhaus Amstetten ergaben, bei dem durch die Obduktion festgestellten Aorta-Riss an einer angeborenen Schwachstelle hätten die Helfer mit ihren Möglichkeiten keine Chance gehabt, das Leben von Mutter und Kind zu retten. Die beiden hätten sogar im Krankenhaus mit allein seinen Einrichtungen und Spezialisten eine "schlechte Prognose" gehabt.
Der Pressesprecher von "European Homecare", Wilhelm Brunner, betonte, der Betreuer an Ort und Stelle habe ohne Verzögerung die Hilfsmaßnahmen eingeleitet. Der Landesrettungskommandant vom Roten Kreuz Oberösterreich, Christoph Patzalt, versicherte, es sei das Bestmögliche getan worden. Auch der oberösterreichische Sicherheitsdirektor Alois Lißl erklärte, die Rettungskette sei geschlossen gewesen. (apa)
