Dienstag, 14. August 2007

'Nicht ankündigen, sondern umsetzen': BZÖ-
Wittauer empfiehlt Westenthaler Abgang!

  • "Niemanden halten, der nicht mehr glücklich ist"
  • Tiroler Obmann will Haider zurück. Plus: UMFRAGE

Die Entscheidung über einen möglichen Rücktritt von BZÖ-Obmann Peter Westenthaler rückt näher. Spätestens bei seinem ORF-Sommergespräch wird Westenthaler aller Voraussicht nach bekannt geben, ob er seinen öffentlichen Überlegungen aus der Vorwoche nun auch Taten folgen lässt. Ein Gespräch mit dem Parteigründer und Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider soll in Bälde für klare Verhältnisse sorgen. Innerhalb der Partei wurden erste kritische Stimmen gegen Westenthaler laut. Wer ihm im Falle seines Abganges folgen könnte, ist vorerst noch offen, ebenso die Frage, ob er überhaupt gehen wird.

Die Entscheidung über einen etwaigen Rücktritt soll Westenthaler nach Angaben des geschäftsführenden Kärntner BZÖ-Chefs Stefan Petzners jedenfalls alleine treffen. Davor findet ein Gespräch zwischen Westenthaler, Haider sowie Generalsekretär Gerald Grosz und Petzner stattfindet. Für den Fall des Rücktritts hat Haider bereits angedeutet, dass ein Kärntner die Führung des Bundes-BZÖ übernehmen sollte. Ein möglicher Kandidat wäre dann Petzner. Der frühere Generalsekretär und jetzige Kärntner Landesrat Uwe Scheuch hat schon deponiert, seine Zukunft eher in Kärnten zu sehen.

Die innerparteiliche Unterstützung für Westenthaler hat jedenfalls bereits zu bröckeln begonnen. Der stellvertretende Tiroler Bündnisobmann Klaus Wittauer empfahl dem Parteichef den Abgang. "Nicht ankündigen, sondern umsetzen", sei seine Devise, sagte Wittauer, der bei einem Ausstieg Westenthalers auf das Mandat nachrücken würde. "Das BZÖ soll niemanden halten, der nicht mehr glücklich ist."

"Dann sollen sie's halt lassen"
Ähnlich der burgenländische BZÖ-Chef Karl Schweitzer: Er hält es für gescheit, "wenn alle, so lange sie wollen, arbeiten. Wenn sie nicht mehr wollen, dann sollen sie's lassen." Das BZÖ-Niederösterreich forderte eine "konkrete Entscheidung" Westenthalers. Die Bevölkerung und die Mitglieder sollten nicht durch eine "Hinhaltetaktik verunsichert werden", sagte Landessprecher Thomas Bauer. "Wenn er es ernst meint, dann soll er gehen", wenn nicht, so solle er dies revidieren.

Nicht so genau festlegen wollte man sich in Kärnten und Oberösterreich. Für die Kärntner ließ Petzner seine Präferenz offen: "Wenn er bleibt, ist das eine Entscheidung, wenn er geht, ist das auch eine Entscheidung." Die oberösterreichischen Bündnisobfrau Ursula Haubner wollte sich erst nach einer Entscheidung Westenthalers äußern.

Die restlichen vier Landesparteien outeten sich als klare Befürworter Westenthalers. Die Vorarlberger, Salzburger, Steirer und Wiener Orangen sprachen sich gegen seine Rücktritt aus.
(apa/red)

14.8.2007 14:13