Gepäckschaos am Flughafen in Rom: Auch österreichische Passagiere davon betroffen
- Gäste mussten sich stundenlang um Koffer anstellen
- Angestellte sollen Schuld sein: Wollen weniger arbeiten

Auch Hunderte österreichischer Passagiere haben die Folgen des Gepäckchaos auf dem Flughafen Rom-Fiumicino zu spüren bekommen. Die Gäste eines Alitalia-Fluges aus Wien mussten sich stundenlang um ihr Gepäck anstellen. "Mir ist so etwas noch nie passiert. Ich musste drei Stunden lang auf meinen Koffer warten. Ich fürchtete schon, er sei verloren gegangen", sagte ein Wiener Passagier.
Rund 10.000 Taschen und Koffer sind allein in der vergangenen Woche verspätet über das Gepäckband gerollt. Einige Fluggäste hätten nach der Landung bis zu drei Stunden an der Ausgabe warten müssen, berichteten örtliche Medien. Die Verwaltungsgesellschaft des römischen Airports werde mit Klagen überflutet.
Schuld an den Verzögerungen sollen Angestellte des Gepäckdienstes am Flughafen sein. Diesen Verdacht prüfen nun Beamte der Luftfahrtbehörde des Landes. Den Berichten nach überklebten die Mitarbeiter den Strichcode auf den Kofferanhängern mit Kaugummi oder verdeckten ihn mit Plastiksackerln, um das automatische Sortiersystem zu blockieren. Damit werde die Auslieferung verzögert, und die Angestellten müssten weniger arbeiten, hieß es. Die Gewerkschaft wies die Vorwürfe zurück und kritisierte zugleich, die Gepäckdienste beschäftigten viel zu wenig Mitarbeiter, um die Kosten zu drücken.
In dem Fall ermittelt die zivile Luftfahrtbehörden Enac. Verkehrsminister Bianchi setzte die Lizenz einer für die Gepäckabgabe zuständigen Gesellschaft, Aviapartner, aus. Die Regierung beschloss, eine Task Force von 80 Experten zu entsenden, um die Lage zu entschärfen. Kontrollen wurden angeordnet, um Diebstähle zu vermeiden. Italienische Medien veröffentlichten Bilder Tausender von Gepäckstücken, die auf dem römischen Flughafen herumliegen.
(apa/red)
